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Apple: Wie weit kann die Rallye noch gehen?

Der Gewinnbericht von Apple war einer der stärksten Berichte, die wir je bei Apple gesehen haben. Zugegeben, es fällt schwer, nach diesem sog. „Blowout“ nicht bullish gegenüber der Aktie zu sein. Aber wie weit kann es noch gut gehen?

Die interessanteste Facette der vorgelegten Zahlen war das iPhone. Mit +20% im Umsatz wurden alle Erwartungen übertroffen, so als hätten die Menschen während des Lockdowns nichts anderes im Kopf als ein iPhone für 400 Dollar. Wie das Management feststellte, war der Haupttreiber für diese Zahl die Stärke der iPhone-SE-Verkäufe sowie ein starken iPhone 11. Apple hat das getan, was wir für fast unmöglich gehalten hatten, und ein Mainstream-Smartphone mit dem gleichen Margenprofil und niedrigeren Preisen verkauft und damit den Umsatz gesteigert. Das Wachstum des iPhone SE in der Lockdown-Ära war in Bezug auf die Markenstärke von Apple äußerst überraschend und ein Beleg für die Marke „Apple“.

Homeoffice und Watch bringen Schub

iPad und Mac profitierten vom Homeoffice Trend. Die Erhöhung der IT-Budgets von Unternehmen im Zusammenhang mit dem Kauf von Computern und Tablets führte zu einer Stärkung des Gesamtmarktes für Tablets und Computer. Eine steigende Flut hebt alle Boote an, einschließlich der von Apple, obwohl ihre Produkte teurer sind und in der MacOS-Umgebung betrieben werden, während Unternehmen im allgemeinen Windows-abhängig sind.

Die Zahlen für die Wearables waren ebenfalls interessant. Wie schon früher erwartet, wurden in der Krise mehr Apple Watch als Airpods gekauft, nicht zuletzt, weil die Uhr mittlerweile auch als Überwachungsinstrument der eigenen Gesundheit eingesetzt wird. Der Einbruch im Airpod-Absatz wurde durch die Watch denn auch vollständig kompensiert. Im dritten Quartal verzeichnete Apple ein Umsatzwachstum von 16,7% bei Wearables und für die Zukunft erwarten wir insbesondere auch bei den AirPods wieder ein sich beschleunigendes Wachstum.

Services treten pandemiebedingt auf der Stelle

Der langweiligste Teil des Quartals war ironischerweise das Dienstleistungssegment, also jener Bereich, der vorher als Wachstumstreiber dargestellt wurde. Allerdings eben nicht in einer Krise dieser Art. Obwohl die Menschen also mehr Zeit zu Hause und mehr Zeit auf ihren Apple-Geräten verbringen, schien dies nicht so viel zu bedeuten. Dies war interessant, da das Hardware-Geschäft von Apple normalerweise hinterherhinkt, während die Software eine Outperformance erzielt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Dienstleistungen im Quartal schwach waren. Ganz im Gegenteil. Der einzige Punkt ist, dass Services nicht den Takt der anderen Bereiche halten konnte.

Apple hält seine Margen

Wie hat sich all diese Umsatzstärke in diesen Segmenten auf das Endergebnis ausgewirkt? Offensichtlich ganz gut. Das iPhone-Wachstum von Apple, das von günstigeren iPhone SE-Geräten getragen wurde, hatte keinen großen negativen Einfluss auf das gesamte Margenprofil. Während der Gesamtumsatz um 13% zulegte, ist zu beachten, dass der Gewinn pro Aktie sogar um 25% stieg.

Fazit: Sehr viel Euphorie im Kurs und in der Erwartung des Splits, welcher die Aktie zumindest optisch wieder preiswert erscheinen lässt. Daher unser Urteil: gute Aktie, gute Story, viel Perspektive, aber im Moment zu heiß. Wir mögen Apple, behalten sie auch, warten aber für Zukäufe auf schwache Wochen.

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