Charttechnik

DAX-Bewegung heute auf der Oberseite Richtung 16.000 erfolgt, ohne das Ziel zu realisieren

Die Bewegung der letzten Tage hatte bei Anlegern Verunsicherung hervorgerufen. Mit dem gestrigen Rutsch unter 15.800 Punkten kam zudem die Sorge auf, dass der Index seine Aufwärtsbewegung seit Mitte Dezember schon beendet hatte. Dem ist nicht so. Sehr eindrucksvoll startete der DAX bereits in der Vorbörse nach oben durch und konnte nicht nur die 15.800 sondern auch gleich die 15.900 Punkte erobern. Rückwind gab es bereits am Vorabend von der Nasdaq. Das Technologiebarometer der Wall Street drehte vom Sentiment her im späten Handel und holte alle Tagesverluste wieder auf. Das waren immerhin mehr als zwei Prozent zwischenzeitlich, die sich vor allem bei den Schwergewichten Amazon oder auch Apple angesammelt hatten und stark gerichtet waren. Mit diesem Schwung startete der DAX daher den XETRA-Handel bei 15.918 Punkten. Einen ersten Rücksetzer bis auf den Schlusskurs des Vorjahres wehrten die Marktteilnehmer ab und ließen damit eine Kurslücke im Chart zurück, die mehr als 100 Punkte beträgt. Daran änderte sich auch nichts durch die heutigen Reden von EZB-Präsidentin Christine Lagarde und FED-Präsident Jerome Powell. Neue Erkenntnisse gab es nicht und auch keine genauen Aussagen zum nächsten Zinsschritt. Powell betonte vor dem Senat erneut, dass die US-Notenbank alle Instrumente einsetzen wird, um die Wirtschaft sowie einen starken Arbeitsmarkt zu stützen und um zu verhindern, dass sich eine höhere Inflation einstellt. Damit ist der Weg frei für Zinsanhebungen, was am Markt aber bereits eingepreist scheint. Man muss sich daher morgen sehr genau die US-Inflationszahlen ansehen. Im November des vergangenen Jahres war sie 6,8 Prozent geklettert und markierte damit den höchsten Wert seit 1982. Aber es gab eine weitere Erholung bei den Technologiewerten an der Wall Street, die ihr Reversal vom Vortag fortsetzen konnten. Dies hielt auch den DAX auf einem erhöhten Niveau und brachte ihn zwischenzeitlich bis auf 20 Punkte an die 16.000er-Region heran. Im oberen Drittel der Handelsspanne, die heute wieder auf 100 Punkte sinngemäß “zusammenfiel” beendete der Index seinen XETRA-Handel mit folgenden Tagesparametern:
Eröffnung 15.918,82
Tageshoch 15.979,99
Tagestief 15.880,39
Vortageskurs 15.768,27
Schlusskurs 15.941,81
Die weitere Kurslücke im DAX, welche nach den letzten 4 Handelstagen nun bereits die zweite im Chartbild ist, sieht man in diesem Abriss des heutigen Handelstages sehr deutlich:
Intraday-Bewegung des DAX am 11.01.2022
Intraday-Bewegung des DAX am 11.01.2022
Damit ist der kurzfristige Abwärtstrend zwar gebrochen, ein Aufatmen oder gar neue Rekordhochs sind jedoch noch nicht wieder in Sicht. Am meisten wurden an der Börse Frankfurt die Aktien von Adidas, SAP und Bayer gehandelt, wie diese Übersicht aus Frankfurt aufzeigt:
Aktienbewegungen DAX an der Boerse Frankfurt am 11.01.2022
Aktienbewegungen DAX an der Boerse Frankfurt am 11.01.2022
Welche Storys spielten dabei eine dominante Rolle auf dem Parkett?

Schnäppchenjäger sind wieder aktiv am Aktienmarkt

Die Aktie der Deutschen Bank verloren heute etwas an Boden, nachdem der Verkauf eines Paketes vom Finanzinvestor Cerberus bekanntgegeben wurde. Dieser platzierte am Montagabend binnen weniger Stunden einige Teile seiner 2017 erworbenen Aktienpakete an der Deutschen Bank und parallel an der Commerzbank. Käufer waren laut Händlerangaben institutionelle Investoren. Zwischen Adidas und Nike geht der Streit um Patente in die nächste Runde. Nach 10 Jahren der gegenseitigen Vorwürfe hat nun die “International Trade Commission (ITC)” einem Antrag des Rivalen Nike stattgegeben und eine Untersuchung eingeleitet. Zu den Gewinnern zählten heute HelloFresh und Delivery Hero. Eine Abwechslung am Markt, die gerade diese Werte vor der nahenden Zinswende erst einmal unter Druck geraten waren. Investoren vertrauen auf die positive Entwicklung. So möchte Delivery Hero in der zweiten Jahreshälfte 2022 die Gewinnschwelle erreichen. Dafür fielen heute die Autowerte und zählten damit zu den wenigen Verlierern am Aktienmarkt. Absatzzahlen aus China bescheinigten vor allem Volkswagen eine negative Bilanz mit Umsatzeinbußen. Dies lag nach Unternehmensangaben an den strapazierten Lieferketten. Aus der Heatmap aller Werte geht das gemischte Verhältnis von Gewinnern und Verlierern sehr deutlich farblich hervor:
DAX-Aktien am 11.01.2022 als Heatmap
DAX-Aktien am 11.01.2022 als Heatmap
Wie entwickelte sich das mittelfristige Chartbild nach diesem Rücklauf heute?

Rücklauf im DAX erst einmal gestoppt

Nachdem wir drei Tage in Folge nachgebende Kurse gesehen hatten, stabilisierte sich der Markt heute. Per Saldo sogar über der brisanten Marke von 15.800 Punkten und in Distanz zur 16.000er-Region. Dies ist erst einmal ein positives Zeichen und lässt die Spekulationen auf eine weitere Erholung zu. Wir betrachten hier somit den Ausschnitt ab dem Jahreshoch, wo es noch eine Kurslücke auf der Ober- und nun eine auf der Unterseite gibt. Dazwischen muss sich der Index nun zur Wochenmitte für eine Tendenz entscheidend:
Mittelfristige Bewegung des DAX bis zum 11.01.2022
Mittelfristige Bewegung des DAX bis zum 11.01.2022
Kommen Sie gut in den weiteren Verlauf der Handelswoche nicht nur im DAX-Handel. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns als Leser und ggf. als Trader oder Anleger auf www.followmymoney.de erhalten bleiben. Ihr Follow MyMoney-Team. Disclaimer: Diese Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken. Es handelt sich nicht um Empfehlungen oder Aufforderung zum Kauf von Finanzprodukten. Diese Inhalte stellen ausschließlich die Meinung des Autors dar. Sie ersetzen keine auf die persönliche und finanzielle Situation zugeschnittene Beratung. Investoren sind angehalten, vor einem Investment selbstständig zu recherchieren und sich fachkundigen Rat einzuholen. Aus vergangenen Wertentwicklungen können keine verlässlichen Aussagen über zukünftige Wertentwicklung gemacht werden. Alle Daten und Informationen, die verwendet wurden, hat der Autor aus eigener, subjektiver Betrachtung als angemessen erachtet. Sie wurden jedoch keiner neutralen Prüfung unterzogen und es wird keine Haftung und keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernommen. Die Anlage in Finanzinstrumente ist risikobelastet und kann zum Teil- oder Totalverlustes des eingesetzten Kapitals führen.