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DAX-Verunsicherung nimmt zu: Wochenanalyse nach dem Verfallstag

Erst Rekorde, dann die FED, am Ende Verfallstag. Die Ereignisse überschlagen sich am Aktienmarkt und die DAX-Vola steigt wieder an.

Anstieg der DAX-Vola Mitte Juni

Muster wiederholen sich oft an der Börse. So stand der Wochenstart im Zeichen neuen Rekorde, die sich im DAX auf 15.802 Punkte beliefen. Nach dem seit einigen Wochen bekanntem Schema ging der Index jedoch direkt nach diesem Rekord in eine Konsolidierung über. Ein nochmaliger Anlaufversuch am Dienstag reichte bis auf 10 Punkte an das Allzeithoch heran, am Mittwoch nur auf 43 und am Donnerstag fehlten schon 51 Punkte zum neuen Rekord.

Damit stand zumindest fest. dass es der Markt auf der Oberseite schwer hat. Vor allem nach der US-Notenbanksitzung, die am Mittwochabend erst einmal für einen kräftigen Rutsch bei mehreren Assetklassen führte. Der Euro fiel unter die 1,20er-Marke, der Goldpreis verlor an Boden und vor allem die Standardwerte im Dow Jones fielen deutlicher zurück. Grund dafür war das Umschwenken der US-Notenbank in Richtung einer Zinsanhebung. Als eine Frage der Zeit war dies zwar im Hinterkopf der Marktteilnehmer zwar aktiv, doch nun wird es greifbarer. Nachdem 7 von 12 Notenbank-Distrikten aus den USA dies befürworteten, könnten bis Ende 2023 sogar zwei Zinsanhebungen umgesetzt werden. Dabei schaut die US-Notenbank FED vor allem auf die Inflationsdaten. Sie stiegen jüngst weiter an und verstärken damit den Druck von Investoren, Renditen erzielen zu müssen.

Als Abbild sah man dies im Nasdaq sehr deutlich, der direkt nach der US-Notenbanksitzung neue Rekordlevels einzog. Genau konträr lief der Dow Jones. Für ihn gab es in dieser Woche nur Verlusttage.

Besonders starke Verluste wurden am Freitag verzeichnet. Nachdem auch für Deutschland stärkere Inflationsdaten über die Erzeugerpreise vermeldet wurden, kam dabei unser DAX leicht ins Rutschen. Womöglich hatte der Verfallstag gegen Mittag einen weiteren Effekt, der dann noch einmal von einer Rede aus den USA aus dem Notenbankumfeld verstärkt wurde. Inflationsangst und das Zinsgespenst in Kombination an einem Hexensabbat waren der Mix, der den DAX zu einer stärkeren Korrektur führte.

Damit verabschiedete sich der Index aus der Bandbreite seit Wochenstart, die immer wieder um 15.700 Punkte eine Stabilisierung zeigte:

Rückblick auf die DAX-Handelswoche
Rückblick auf die DAX-Handelswoche

Die Volatilität stieg deutlich an und mit einer Bandbreite von 300 Punkten zischen Hoch und Tief notierten die Kurse am Freitag in einem deutlichen Abwärtstrend:

Verfallstag im DAX zeigte Trend
Verfallstag im DAX zeigte Trend

Das Volumen war am Verfallstag natürlich entsprechend höher. Auf Sicht der ganzen Handelswoche dominierten damit die Minustage (drei zu zwei Gewinntagen), wie man in dieser Übersicht von wallstreet-online gut sehen kann:

DAX-Handelstage der letzten KW
DAX-Handelstage der letzten KW

Per Saldo sind damit alle Gewinne seit Juni wieder revidiert. Technisch haben wir zudem das GAP auf der Unterseite fast punktgenau geschlossen:

Mittelfristchart DAX: GAP-close
Mittelfristchart DAX: GAP-close

Was leite ich aus diesem Verlauf für die neue Handelswoche ab?

Trading-Ideen für die neue Handelswoche

Die Unterstützungen im DAX aus der Vorwoche zogen sich noch einmal höher und fixierten sich immer wieder auf den Bereich um 15.700 Punkte. Dort wurde in der zweiten Wochenhälfte fast schon eine Entscheidung “erzwungen” (Rückblick):

Entscheidung im DAX-Chartbild
Entscheidung im DAX-Chartbild

Sie fand dann wie eingangs skizziert auch statt und stabilisierte sich in der Nachbörse recht genau an der GAP-Kante zu Anfang Juni:

DAX-Rutsch am Verfallstag
DAX-Rutsch am Verfallstag

An dieser Kante um 15.420 Punkten ist somit eine Stabilisierung zu finden. Hier sollten sich einen Tag nach dem Verfall am Montag die Marktteilnehmer neu justieren und den weiteren Weg koordinieren.

Für mein Trading fixiere ich die enge Handelsspanne am Freitagabend als Basis für das nächste Signal:

Neues Signal im DAX zum Wochenstart
Neues Signal im DAX zum Wochenstart

Während wir bei einem weiteren Rutsch mit der alten Range aus dem Monat April vorlieb nehmen müssen (erstreckte sich bis 15.110), wäre eine Gegenreaktion auf die Kursverluste das Szenario auf der Oberseite. Hierzu habe ich das Ziel 15.620 bis 15.670 skizziert:

Mögliche Gegenreaktion im DAX ab 21.06.2021
Mögliche Gegenreaktion im DAX ab 21.06.2021

Statistisch betrachtet wird die kommende Woche an den Aktienmärkten eher schwächer. Auch der Montag nach dem Verfallstag war in den letzten Jahren ein durchweg negativer Tag. Doch ob diese Statistik als “Blaupause” für dieses Jahr genutzt werden kann, ähnlich wie die Statistik beim Länderspiel Deutschland – Portugal, kann niemand vorab verlässlich prognostizieren.

Entsprechend spannend wird es damit morgen in der Vorbörse werden. Mein detaillierteres DAX-Bild update ich entsprechend für Dich im DAX-Ausblick per E-Mail. Danach bin ich gemeinsam mit anderen Tradern im täglichen Stream auf Twitch zu sehen und für Deine Fragen offen:

Twitch-Kanal FIT4FINANZEN

Auf folgende Termine gilt es in der neuen Wochen zu achten.

Wirtschaftsdaten ab dem 21.06.2021

In diesem Abschnitt habe ich die wichtigsten Termine der kommenden Woche zusammengefasst. Ausführlich gibt es diesen Blick für jeden Handelstag mit weiteren Detail-Daten.

Der Montag startet mit zwei Reden unserer EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Zudem wird 14.30 Uhr der nationale Aktivitätsindex der Chicago Fed um 14.30 Uhr veröffentlicht.

Am Dienstag fokussieren wir uns auf das EU-Verbrauchervertrauen 16.00 Uhr sowie am Abend 20.00 Uhr auf den nächsten Auftritt des FED-Präsidenten Jerome Powell.

Für die Wochenmitte ist der Markit PMI Gesamtindex 9.30 Uhr aus Deutschland, 10.00 Uhr aus der EU, 10.30 Uhr aus Grossbritannien und 15.45 Uhr aus den USA verzeichnet. Tangierend dazu werden die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die EU veröffentlicht. Am Abend steht erneut eine Rede von Christine Lagarde an.

Mit Spannung wird am Donnerstag 10.00 Uhr der ifo-Index erwartet. Um 14.30 Uhr folgen dann wieder die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung sowie parallel das US-BIP und die US-Auftragseingänge langlebiger Güter. Nach weiteren Reden aus dem Umfeld der Notenbanken FED und EZB am Abend ist noch mit Ergebnissen des Banken-Stresstest zu rechnen.

Am Freitag tagt der Europäische Rat und 8.00 Uhr blicken wir auf das Gfk-Verbrauchertrauen. 14.30 Uhr folgen die US-Privatausgaben und Persönlichen Einkommen mit dem PCE Kerndeflator. 16.00 Uhr rundet das Uni Michigan Verbrauchervertrauen die Termine der Woche ab.

Alle genannten Eckpunkte der neuen Woche sind hier tabellarisch mit den Prognosen der Analysten aufgelistet:

Wirtschaftstermine ab dem 21.06.2021
Wirtschaftstermine ab dem 21.06.2021

Damit wünsche ich uns zum Start des Handels am Deutschen Aktienmarkt morgen viel Erfolg.

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Dein Andreas Bernstein

 

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