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KWS Saat Aktie: Das sieht nicht gut aus

Der Saatgut-Spezialist KWS SAAT hatte im ersten Fiskalhalbjahr mit einem schwachen Maisgeschäft zu kämpfen. Das führte zu einem höheren Verlust. Belastend wirkten sich vor allem Währungseffekte und die Schwäche im Segment Mais aus, dessen Aussichten düster sind. Dennoch hat der Vorstand keine Anpassungen an der Jahresprognose für den Gesamtkonzern vorgenommen, da das erste Halbjahr aufgrund saisonaler Gründe generell schwach ist. Es wird erwartet, dass das Geschäft mit Zuckerrüben stärker wachsen wird als bisher angenommen. Die Börse reagierte jedoch negativ auf diese Neuigkeiten und es kam zu einem klaren Kursabschlag.

Die Hauptmärkte von KWS SAAT befinden sich auf der Nordhalbkugel, wo in den Monaten Februar bis Mai die wichtigsten Umsatzträger – Mais- und Zuckerrübensaatgut – ausgesät werden. Die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres (Juli bis Dezember) tragen daher maximal gut ein Drittel zum Gesamtumsatz bei.

In diesem Jahr hatte KWS SAAT zusätzlich mit Währungsproblemen zu kämpfen, insbesondere durch die Abwertung des argentinischen Pesos aufgrund der Hyperinflation in dem südamerikanischen Land. Zudem stiegen die Kosten des Unternehmens. Der planmäßige Ausstieg aus dem Vertrieb von Sojabohnen-Saatgut in Brasilien wirkte sich negativ auf das Maisgeschäft aus, und auch das Geschäft in den USA ging zurück. Trotz deutlicher Zuwächse im Getreide- und Zuckerrübensegment konnte diese schwache Entwicklung nicht ausgeglichen werden.

Der Umsatz des Konzerns ging in den ersten sechs Monaten bis Ende Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 8 % auf knapp 519 Millionen Euro zurück. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich um mehr als ein Drittel auf über 96 Millionen Euro. Unterm Strich weitete sich der Verlust noch etwas stärker auf knapp 109 Millionen Euro aus.

Für das Gesamtjahr strebt der Vorstand weiterhin ein Umsatzplus von 3 bis 5 % an, wobei Währungseffekte und Portfolioänderungen herausgerechnet sind. Die operative Marge (EBIT-Marge), die im ersten Halbjahr noch negativ war, soll für das gesamte Jahr bei plus 11 bis 13 % liegen.

Die Zielsetzung für die einzelnen Konzernsegmente wurde jedoch angepasst: Das Management ist weniger zuversichtlich hinsichtlich des Mais- und Gemüsesegments und erwartet dort nun einen leichten Umsatzrückgang für das gesamte Jahr. Im Gegensatz dazu wird ein deutlicher Anstieg beim Erlös im Zuckerrübensegment prognostiziert, während bisher nur ein leichter Zuwachs erwartet wurde. Im ersten Halbjahr profitierte dieses Segment von einer früheren Bestellung des Saatguts durch Bauern in mehreren europäischen Ländern.

In der Aktie geht es heute mit einem Abschlag von derzeit fast 8 % ordentlich zur Sache. Damit verbucht der Wert auf den niedrigsten Stand seit April 2020. Ob unter den gegebenen Voraussetzungen die Aktie überhaupt in der Lage ist, auf absehbare Zeit ihren Abwärtstrend aufzuhalten, geschweige denn umzudrehen, ist angesichts der fundamentalen Ausgangslage mehr als ungewiss.