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Last Call! – DAX und Wall Street im Tages-Check, mit 1&1 Drillisch, ElringKlinger, Tesla, Moderna, FedEx, Winnebago u.a.

Guten Abend,

der neue Ifo-Indikator von heute passt in das optimistische Gesamtbild: Die Stimmung unter den deutschen Managern hat sich trotz Lockdown und Viruszahlen verbessert. Der Geschäftsklimaindex ist im Dezember auf 92,1 Punkte gestiegen, nach 90,9 Punkten im November. Die Unternehmer waren zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zudem blicken sie weniger skeptisch auf das kommende halbe Jahr.

Damit ist eigentlich alles schon gesagt, oder? Denn es zeigt, dass der aktuelle Lockdown aus volkswirtschaftlicher Betrachtung weniger brisant ist als er sich vielleicht anfühlt. Da die Industrie und sämtliche exportorientierten Sektoren von dem Lockdown weit weniger betroffen sind als noch im Frühling, werden die Bremseffekte eben auch wesentlich weniger dramatisch ausfallen. Gastronomie und Einzelhandel machen gerade einmal 17 % des jährlichen deutschen Bruttosozialproduktes aus, insofern bleibt die Börse denn auch relativ gelassen. Das ist keine Ignoranz, sondern lediglich eine Differenzierung.

Dann lese ich es natürlich gern, dass einige Marktteilnehmer beziehungsweise Marktbeobachter nun wieder von einer Spekulationsblase reden. Wieder einmal wird die Überbewertung der zukunftsorientierten Sektoren hervorgehoben und dabei wird wieder einmal mehr verkannt, um was es geht. Nicht die Bewertung steht im Moment im Vordergrund, sondern die Art und Weise, wie das Kapital die Prioritäten neu sortiert.

Wer richtig hinschaut, wird erkennen, das sich jene Trends, die vor 20 Jahren ihren Ursprung gefunden haben, sich nun weiter beschleunigen. Das durch die Pandemie veränderte Verhalten aller Teilnehmer der Weltwirtschaft wird dazu beitragen, dass in den kommenden Jahrzehnten (!) die Akzente und Prioritäten völlig neu sortiert werden. Dabei handelt es sich auch um ein Generationenthema, was wiederum erklärt, warum der Meinungs-Dschungel so undurchsichtig und differenziert ist.

Meine Linie ist klar: Das gute an der Pandemie ist, dass Millionen, wenn nicht sogar Milliarden von Menschen wachgerüttelt worden sind. Was wichtig und was unwichtig ist, steht heute in einem anderen Licht als vor 12 Monaten. Für den weitsichtigen Anleger ergeben sich damit enorme Chancen auf Jahre hinaus.

 

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Die aktuelle Lage:

DAX: Ob der Index nun vor Weihnachten oder nach Silvester sein Rekordhoch erreicht, ist völlig egal. Entscheidend ist allein der Umstand, dass dies überhaupt stattfindet. Denn wenn sich der Index über die kommenden Wochen auf diesem Niveau halten kann und im ersten Quartal absehbar ist, wann ein Impfstoff verfügbar ist, kann jeder von uns sich leicht vorstellen, was das für das erste Halbjahr im DAX bedeutet. Meines Erachtens müssten 16.000 Punkte bis zum Sommer locker zu machen sein.

Wall Street: Die Wall Street bewegt sich in kleinen Schritten auf hohem Niveau und ich schätze, dass dies noch bis zum 31.12. anhalten kann, ehe es zu einer technischen Korrektur kommt. Im Moment gibt es noch immer anhaltende Diskussionen in Washington um das Konjunkturprogramm, was auch den Marktteilnehmern langsam auf die Nerven geht. Aber mit dem Rückenwind der Zentralbank lässt sich auch dies gut verkraften. Gespannt bin ich auf die nächste Berichtssaison im Januar!

Heute auf der Agenda:

Aus dem Rahmen fällt heute die 1&1 Drillisch mit einem Plus von mehr als 3%. Hintergrund: Zwischen der United Internet-Tochter und Telefonica geht es weiter um den Streit um Vorleistungspreise. Gestern Abend teilte 1&1 bereits mit, dass der Schiedsgutachter sein Ergebnis und die Berechnungsmethode seines Entwurfs vom 8. Oktober bestätigt hat. Folge: Die von Telefonica Deutschland im Dezember 2018 geltend gemachte Preisanpassung ist damit für den Zeitraum 2016 bis 2020 unberechtigt und führt zu keiner Zahlungsverpflichtung von 1&1 Drillisch. Das nimmt das Parkett erleichtert auf und aus rein technischer Sicht ist nun Raum bis 25 Euro. Aber auch 27 Euro sind jetzt drin, dann sehen wir weiter.

Chart 1&1 Drillisch

Chart 1&1 Drillisch

Wie weit läuft die Kursrakete bei ElringKlinger? Angetrieben durch die allgemeine Wasserstoff-Euphorie und der Aussicht, dass der Titel noch vor Weihnachten in den SDAX aufgenommen wird, springt der Kurs von einem Rekord zum nächsten. Alles nur heiße Luft? Eine angekündigte Kooperation mit Airbus (Airbus will mit der ElringKlinger-Technologie bis 2035 ein wasserstoffbetriebenes Flugzeug bauen), die Zusammenarbeit mit dem niederländischen Fahrzeughersteller VDL Bus & Coach und ein für 2021 geplantes Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Zulieferer Plastic Omnium sind alles sicher verheißungsvolle Anzeichen dafür, dass auch bei ElringKlinger die Uhren in Zukunft anders ticken. Und auch, wenn ich sicher bin, dass das Unternehmen mittel- bis langfristig diese Kooperationen ummünzen können wird, ist im Moment ein bisschen viel Dampf im Kessel. Meine Erwartung: Bis 20 Euro kann die Fahnenstange noch laufen, ehe es zu einem kräftigen Kasse machen kommen wird. Erst danach sollten neue Käufe überlegt werden.

Kurz von der Wall Street:

Tesla wird heute in den S&P 500 Index aufgenommen und ich vermute, dass dies vorerst der finale Akt der Kurseuphorie darstellen wird. Nicht, dass ich bei Tesla skeptisch bin, aber gegenwärtig läuft die Aktie schneller als das Unternehmen nachkommen kann. Eine technische Pause oder Korrektur wäre wünschenswert. Da aber die Börse kein Wunschkonzert ist, warte ich einmal ab, wäre aber natürlich ebenso wenig überrascht, wenn der Kurs weitermarschiert. Das Ganze steht und fällt mit den Absatzzahlen und den Prognosen für das erste Halbjahr 2021. Was ist zu tun? Diejenigen, die Tesla im Depot haben, können sich über ein fettes Weihnachtsgeschenk freuen, sollten aber wachsam bleiben und angelaufene Gewinne am besten mit einem Trailing-Stoppkurs absichern. Alle anderen bleiben erst einmal draußen, schauen zu und grämen sich nicht, denn es gibt noch genügend andere Aktien mit ähnlichen Kurspotential.

Das niederländische Medizintechnikunternehmen Philips kauft das US-Unternehmen BioTelemetry für 72 Dollar pro Aktie in bar oder etwa 2,5 Milliarden Dollar, was einem Aufschlag von 16,5% gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag entspricht. BioTelemetry hat sich auf die Fernüberwachung des Herzens und diagnostische Technologien spezialisiert. Die Aktien von BioTelemetry sprangen im vorbörslichen Handel um mehr als 16% in die Höhe. Dies sind die Entwicklungen und Transaktionen, welche ich eingangs gemeint habe: völlig neue Branchen auf neuen technologischen Feldern, die jetzt erst beackert werden. Seht zu, dass ihr in diesen Sektoren investiert seid!

Winnebago verdiente im ersten Quartal 1,69 Dollar pro Aktie und lag damit deutlich über der Konsensschätzung von 98 Cents pro Aktie. Auch der Umsatz übertraf die Prognosen der Analysten, was auf die starke Verbrauchernachfrage zurückzuführen ist. Winnebago sagte, dass sich die starke Nachfrage und das Interesse an Outdoor-Aktivitäten in Richtung 2021 zu verstärken scheint. Auch dies ist ein Sektor, der meines Erachtens nach jahrzehntelangem Schattendasein erst jetzt erwacht und zwar als unmittelbare Folge des veränderten Reiseverhaltens durch die Pandemie. Macht euch keine Illusionen: auch hier handelt es sich um ein Generationenthema.

FedEx meldete einen Quartalsgewinn von 4,83 Dollar pro Aktie, 82 Cent pro Aktie über dem Konsens. Auch der Umsatz übertraf die Schätzungen. FedEx profitiert weiterhin von einem Anstieg des E-Commerce, hielt jedoch die Prognose für 2021 unter Hinweis auf ein unsicheres wirtschaftliches Umfeld zurück. Krisengewinner bleibt Krisengewinner und dazu gehört auch die Logistik. Ist noch immer ein Kauf!

Chart FedEx

Chart FedEx

Der Impfstoff Covid-19 von Moderna erhielt eine positive Empfehlung von einem Gremium der Food and Drug Administration, was eine mögliche Zulassung für den Notfall bis heute Abend bedeutet. Positive Nachrichten und trotzdem fällt der Kurs? Oha! Es ist genau das, was ich schon einmal hier erwähnt hatte: die wirklichen Gewinner eines Impfstoffs sind jene Branchen, die durch ihn wieder zu alter Stärke finden und nicht zwangsläufig die Anbieter.

BlackBerry hat in seinem letzten Quartal 2 Cents pro Aktie verdient, verglichen mit den Prognosen eines Verlustes von 1 Cent pro Aktie. Auch der Umsatz übertraf die Prognosen der Straße, trotz der schwächeren Nachfrage nach BlackBerrys Cybersicherheits- und QNX-Autosoftware. Nach der großen Comeback-Euphorie erfolgt jetzt erstmal die Ernüchterung. Zwar beobachte ich den Wert auch sehr intensiv und könnte mir vorstellen, dass es sich hier um einen sehr spannenden Turnaround Kandidaten für das kommende Jahr handelt, aber ganz so einfach wird das alles nicht. Mein Rat: Zwischen 6 und 7 Dollar kaufen.

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