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Last Call! – Der Marktbericht am Abend: Mit Apple, Amazon, Facebook, Alphabet, Twitter, Starbucks und Activision

Guten Abend,

am 31. Oktober 2016 kurz vor der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten fiel der S&P 500 um 129 Punkte und in den Wochen zuvor schon um 5%. Es war die große Verunsicherung über die Frage, wer in Zukunft das Land regieren würde und welche wirtschaftspolitischen Folgen zu erwarten sind. Niemand rechnete mit Präsident Donald. Bereits eine Woche später notierte der S&P 500 um 10% höher und stieg und stieg bis Januar 2018. Und nun?

Da auch heute niemand weiß, was kommende Woche passieren wird, gehen viele Marktteilnehmer lieber erst einmal auf Distanz und bringen ihre Schäfchen ins Trockene. Das ist verständlich, aber aus meiner Sicht ziemlich kurz gedacht. Denn ganz ehrlich – was soll denn schon passieren? Wenn Donald bleibt, werden die kommenden vier Jahre eben nochmals anstrengend, vielleicht auch ein bisschen amüsant, aber auf keinen Fall langweilig. Wir kennen seine Politik, seine Macken, seine Lügen und die Art und Weise, wie er mit dem Thema Politik umgeht. Neues ist nicht zu erwarten, aber auch nichts Schlimmeres.

Umgekehrt ist es bei Joe. Wir kennen zwar das Wahlprogramm, welches sich weitgehend mit dem von Donald deckt, insbesondere in der Frage der Wirtschaftsaußenpolitik, aber darüber hinaus wissen wir wenig, ob und wie er das Land lenkt. Und genau darin liegt der Hase im Pfeffer, denn nichts hasst die Börse so sehr wie das Unsichere. Das ist keine Aussage gegen Joe und für Donald, sondern lediglich eine Beobachtung, die sich immer wieder wiederholt.

Dasselbe gilt auch für das leidige Thema Pandemie. Wir wissen doch alle, was passieren wird. Im Winter bei kalten Temperaturen steigen die Infektionszahlen bei allen Erkrankungen, da macht Covid-19 keine Ausnahme. Und sobald es wieder wärmer wird, fallen die Infektionskurven wieder ab. Das ist nichts Neues und so wird es in diesem Fall auch sein. Bleibt lediglich zu hoffen, dass den Politikern nicht noch einfällt, den Lockdown bis April zu verlängern. Wäre wirklich schade um meine Lieblingsrestaurants und die vielen Freunde, die ich dort um ihre Existenz bangen sehe. Es bricht mir schon ein bisschen das Herz, wenn ich sehe, wie alles auf deren Rücken ausgetragen wird. Wie sagt man so schön im flapsigen Englisch: „Life is A Bitch and then you die“.

Mein Rat also: Wie immer sind Angst- und Unsicherheitskurse langfristig gesehen nichts anderes als Chancen. Wer das noch immer nicht begreift, hat an der Börse schlicht nichts verloren.

Die aktuelle Lage:

DAX: Ich gebe dem Index noch ein bisschen Spielraum bis 11.000 Punkte, dann sollte aber Schluss sein. Es wäre die klassische Korrektur nach der Rallye der letzten Monate und so gesehen vielleicht auch eine Genugtuung für all diejenigen, die bislang noch nicht zum Zuge gekommen sind. Wer jetzt aber in den kommenden Tagen nicht zugreift, dem kann ich auch nicht weiterhelfen, denn ungeachtet der aktuellen Stimmungslage bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass wir nach der Wahl und nach der Grippewelle (upps, sorry, ist ja gar keine Grippe) in die nächste Etappe der Erholungsphase laufen, die sich bis in den Frühling 2021 fortsetzen wird. Ja auch diese Welt dreht sich weiter, Covid-19 hin oder her.

Wall Street: Ich habe heute mit einem befreundeten Wall Street Banker gesprochen und er hat mir bestätigt, was ich oben bereits angedeutet habe. Viele Investoren haben in den letzten Monaten ordentliche Gewinne eingefahren und bevor es kommende Woche politisch noch einmal richtig turbulent wird, nimmt man halt erst einmal diese mit. Es hat weniger etwas mit Angst zu tun als mit sachlichen Überlegungen, wenn es darum geht, eine Jahresperformance zu erzielen. Auch mit Trading hat das nicht viel zu tun denn, das wissen die alten Hasen, damit ist eh langfristig kein Geld zu verdienen. Also erwarte ich, dass der Dow Jones sich irgendwo zwischen 25.500 – 26.000 Punkte fängt und auch hier die Basis geschaffen wird für eine Jahresendrally, völlig losgelöst von der Frage, ob Joe oder Donald im Oval Office sitzt.

Auf der Agenda:

Apple meldete einen Quartalsgewinn von 73 Cent pro Aktie, 3 Cent pro Aktie über den Schätzungen. Der Umsatz übertraf ebenfalls die Prognosen, jedoch gingen die iPhone-Verkäufe um 21% zurück, da Apple die Einführung des neuen iPhone 12 bis Oktober verzögerte. Genau so habe ich es erwartet und die Börse soll mir nichts anderes einreden, denn unter dem Strich macht Apple unverändert mehr richtig als falsch und auch das neue iPhone wird dies beweisen. Die nächsten Käufe liegen zwischen 100 und 103 Dollar.

Amazon verdiente im letzten Quartal 12,37 Dollar pro Aktie und lag damit weit über der Konsensschätzung von 7,41 Dollar. Auch die Einnahmen übertrafen die Schätzungen. Die Kosten von Amazon stiegen jedoch im Quartal, da mehr Mitarbeiter hinzukamen und andere Maßnahmen ergriffen wurden, um den durch Pandemien verursachten Anstieg des Online-Shoppings zu bewältigen. -4% bei diesen Ergebnissen sind ein Beweis dafür, dass derzeit offensichtlich das Denken abgeschaltet worden ist. Amazon profitiert nämlich gleich zweifach von der Gesamtkonstellation, einmal durch die Pandemie und dem Wachstum im E-Commerce-Bereich und andererseits im Cloud Business. Kaufbasis sind 2.880 Dollar.

Facebook meldete für das dritte Quartal einen Gewinn von 2,72 Dollar je Aktie und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,91 Dollar je Aktie. Die Einnahmen lagen ebenfalls über den Prognosen der Wall Street, aber Facebook warnte vor einer „erheblichen Unsicherheit“ für das kommende Jahr. Ist zwar nicht einer meiner Favoriten, aber unverändert ist Facebook eine große Nummer und die Zahlen belegen auch dies. Ich würde mich bei 245 Dollar auf die Lauer legen.

Alphabet verdiente im letzten Quartal 16,40 Dollar pro Aktie, verglichen mit den geschätzten 11,29 Dollar pro Aktie. Der Umsatz übertraf auch die Prognosen der Analysten. Die Google-Muttergesellschaft verzeichnete eine Rückkehr zum Wachstum der digitalen Werbung, während YouTube erstmals die Marke von 5 Milliarden Dollar an Werbeeinnahmen überschritt. Meine Güte, was für ein Rumgezappel auf dem Parkett! Offensichtlich sind die jungen Trader von Robin Hood hier wieder am Werk, grins.

Twitter hat die Konsensschätzung von 6 Cent pro Aktie mehr als verdreifacht, mit einem Quartalsgewinn von 19 Cent pro Aktie. Der Umsatz lag weit über dem Konsens, Twitter verzeichnete jedoch das langsamste Nutzerwachstum seit Ende 2017. Naja, Twitter ist in diesem Wahlkampf auch weniger bedeutsam als 2016. Trotzdem für mich ein Kauf insbesondere auf der ermäßigten Basis um 40 Dollar herum.

Starbucks übertraf die Schätzungen um 20 Cent pro Aktie mit einem Quartalsgewinn von 51 Cent pro Aktie. Der Umsatz der Kaffeekette lag ebenfalls über den Schätzungen und Starbucks prognostizierte für 2021 eine Rückkehr zum Umsatzwachstum, da die Kunden schneller als erwartet in die Filialen zurückkehren. Nicht sensationell, aber relativ zum Gesamtmarkt mittlerweile solide und berechenbar, weder Verlierer noch Gewinner. Kann gekauft werden, ist aber nicht unbedingt zwingend.

Activision meldete einen Quartalsgewinn von 71 Cent pro Aktie, 6 Cent pro Aktie über den Schätzungen. Die Einnahmen des Videospielherstellers übertrafen auch die Prognosen der Wall Street. Activision gab eine optimistische Prognose für die Weihnachtszeit ab, da Mitte November ein neues Kapitel von „Call of Duty“ veröffentlicht werden wird. Nur der letzte Satz zählt! Der Chart sieht ein bisschen problematisch aus, aber vielleicht haben wir Glück und kommen um 70 Dollar noch einmal zum Zug.

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