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Last Call! – Der Marktbericht am Abend: Mit DAX, Dow Jones, Siemens, Wirecard, Shell, Tesla und Tencent

Guten Abend,

es darf wieder in die Hände gespuckt werden! Und in dieser Disziplin sind gerade die Amerikaner Weltmeister und wahre Stehaufmännchen! Alle Anhänger der „Bärenmarktrally“ seien an dieser Stelle gewarnt! Es stehen die Tests der 200-Tage-Linien auf der Agenda, und sollten die Indices hier gar drüber klettern, darf auch der Bärenmarkt als solches auf den Prüfstand gestellt werden. Was für ein spannender Frühling, schade für alle, die noch nicht dabei sind. Sind Sie es?

Schlimmer geht nimmer – das ist das Motto in den internationalen Handelsräumen auch diese Woche. Denn just werden die Arbeitsmarktdaten der USA auf den Tisch gelegt und mit einer voraussichtlichen Arbeitslosenquote von knapp 15% für April dürfte tatsächlich einmal mehr ein historischer Tiefpunkt erreicht worden sein. Dies alles war mit Ansage, auch hier an dieser Stelle, denn wie sollten die Daten auch besser ausfallen, wenn die Welt zugesperrt wird.

Die Lage auf einen Blick

DAX: Mit dem Rückenwind durch Siemens, HeidelbergCement, Adidas und anderen Heavyweights beendet der DAX eine Woche, die gar nicht so schön angefangen hatte. Das sind sehr gute Zeichen und belegen eine innere relative Stärke. Was als nächstes passiert: Alle, die noch hohe Cashquoten haben, werden mit jeder besseren Woche nervöser. Nicht mehr lange und es ist Jahreshalbzeit – wie sieht denn Ihre Performance aus?

Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq: Es stehen jene Aktien im Fokus, welche am meisten von einer Lockerung aus dem Lockdown entlastet werden:  Airlines, Walt Disney, MGM Resorts und Hilton Worldwide, um ein paar große zu nennen.  Die Stimmung an der Wall Street wurde auch dadurch getragen, dass Finanzminister Steven Mnuchin und der US-Handelsvertreter Robert Lighthizer am späten Donnerstag mit dem chinesischen Vizepremier Liu He über das im Januar unterzeichnete Handelsabkommen der ersten Phase gesprochen hatten. In einer Erklärung sagten sie, beide Seiten seien sich einig, dass beide Länder trotz des gegenwärtigen globalen Gesundheitsnotstands voll und ganz davon ausgehen, dass sie ihren Verpflichtungen aus dem Abkommen rechtzeitig nachkommen. Na, wer sagts denn.

Heute im Programm standen:

Siemens: Anlauf auf die Spitze

Siemens gefällt uns schon immer, ab heute noch etwas besser. Erneutes Kaufsignal nach Vorlage der Zahlen zeigt, dass der Markt bereit ist, weitere Vorschusslorbeeren zu verteilen. Nach Infineon diese Woche heißt es jetzt also auch bei Siemens: Anlauf auf die Spitze bei 120 Euro. Sollte im Verlauf des Sommers machbar sein, denn Siemens plant einen Spin-off und die Börsennotierung von Flender. Und so etwas kommt immer gut. Wer Siemens hat, freut sich, wer nicht, sollte überlegen, warum er so ängstlich ist.

Chart Siemens

Chart Siemens

Mit der BaFin im Nacken doppelter Boden bei Wirecard?

Der Wirecard-Wahnsinnskrimi geht in eine weitere Runde. Wäre die Geschichte nicht wahr, es würde schwerfallen, sie zu erfinden. Jetzt also schalten sich abermals die Behörden ein, um diesem Schauspiel weitere Spannung zu liefern. Langsam können einem die Wirecard-Mitarbeiter leidtun.

Was uns interessiert: Entsteht hier gerade die Chance auf eine technische Spekulation? Immerhin zeichnet sich im Kurs seit dieser Woche ein doppelter Boden ab und die Charttechniker wissen: So entsteht Raum für eine Spekulation, in diesem Fall mit bis zu 60% Potenzial. Mutige steigen ein, ganz mutige nehmen ein gehebeltes Produkt zur Hand, und die Skrupellosen kaufen sich eine Option mit kurzer Laufzeit. Aber alles bitte mit engem Stoppkurs! Denn wenn das Ding nach unten durchfällt: Gute Nacht!

Übrigens, sehr gelacht haben wir über diese Aussage im KPMG Bericht: Im veröffentlichen Untersuchungsbericht heißt es, KPMG könne im Bereich Drittpartnergeschäft keine Aussage treffen, dass bestimmte Umsatzerlöse existierten und der Höhe nach korrekt seien; noch sei auch das Gegenteil möglich – (K)einer (P)rüft (M)ehr (G)enau.

Apropos durchgefallen: Royal Dutch Shell?

Jeder Dividendenjäger liebt Royal Dutch Shell, doch mit der nun erfolgten Kürzung aufgrund der allgemeinen Lage um 60% auf 0,16 Dollar/Aktie wird es auch hier eng. Allerdings: Das sind noch immer 4% Dividendenrendite und das gibt es immer noch nicht so häufig? Jetzt steht und fällt alles mit dem Ölpreis. Und auch dieser hängt selbstverständlich am Umfang und Ablauf der Lockerungen: Fluggesellschaften, Schiffe, etc. – alles muss befüllt werden. Reicht das aus? Wir glauben ja, auch wenn noch zahlreiche Unklarheiten bestehen, insbesondere seitens der OPEC, Russland und der USA. Also: Shell ist kein Verkauf, aber auch noch kein Neukauf. Nur beobachten bitte, erst Kurse oberhalb von 20 Dollar ergeben ein Kaufsignal.

Chart Shell

Chart Royal Dutch Shell

Kurz von der Wall Street

Spannend wird es jetzt bei Tesla! Mit der Ankündigung, das Werk in Fremont teilweise zu öffnen, entsteht weitere Fantasie im Kurs. Es fehlen nur noch wenige Dollar zum alten Rekordhoch! Double-Top? Break? Gewinnmitnahmen oder neue Euphorie? Wir mögen Tesla, sehr sogar, das ist bekannt, aber: nichts für schwache Nerven. Wer also überlegt, ob er auf den rasenden Zug aufspringen soll, wartet ab, bis die Markttechnik sauber ist!

Selbiges gilt auch für Tencent! Nach Activision Blizzard, Evolution Gaming und Electronic Arts, die allesamt bereits ihre Breaks hatten, sollte Tencent dem folgen. Die Rahmenbedingungen dafür stimmen ebenso wie die Zahlen, also auch hier: beobachten, Signal abwarten, handeln!

Fazit zum Wochenende: Die US-Berichtssaison neigt sich dem Ende, nun wird abgehakt und nach vorne geschaut. Bitte nicht die potenzielle Dynamik unterschätzen. Ja, es wird noch schwache Wochen geben – aber nicht heute.

Schönen Feierabend und ein entspanntes Wochenende

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