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Last Call! – Der Marktbericht am Abend: Mit einem Blick auf aktuelle Wirtschaftsprognosen, Deutsche Bank, Beiersdorf, Novavax, Regeneron und Sirius XM

Guten Abend,

zu lesen war heute in der allgemeinen Berichterstattung, dass die eher enttäuschenden Wirtschaftsdaten für Mai (!) die Ursache für Gewinnmitnahmen waren. Konkret: Die deutsche Industrie hatte sich im Mai nicht so deutlich von dem scharfen Einbruch erholt wie von Analysten erhofft.

Ja, wie denn auch inmitten eines (weltweiten) Lockdowns? Der Mai war komplett im Lockdown. Verschlossen und erst im Juni wurden umfassende Lockerungen ermöglicht, welche das Tor zur Rückkehr eines Normalzustands öffnete. Auf diesem Weg befinden wir uns nun und erst in den kommenden Quartalen werden wir sehen, welche Fortschritte es gibt. Was interessieren uns da Mai-Daten? Ts,ts,ts…

Ich bin immer wieder überrascht durch solch unüberlegte Erwartungen und Enttäuschungen. Auch die Nachricht, dass die Pandemie die EU-Konjunktur härter als „gedacht“ getroffen hat und die Erholung mehr benötigt als ein paar staatliche Hilfen, ist doch nun wirklich keine unerwartete Entwicklung.

Nun veranschlagt die EU-Kommission 2020 ein Schrumpfen der Wirtschaft um 8,7% anstatt 7,7 %, was letztendlich aber auch keine Rolle spielt, denn es war von vornerein klar, dass ein Lockdown alles auf „0“ setzt.  Daher haben Skeptiker ja auch mahnende Worte der Verhältnismäßigkeit in den Raum gestellt. Erhört wurden sie nicht.

Es gibt demnächst sicher eine interessante Diskussion um das BaFin herum. Die Aufsichtsbehörde für das Banken-, Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgewerbe steht seit Wirecard auf dem Prüfstand und möglicherweise werden hier neue Modelle zu überlegen sein, um auch der Digitalisierung gerecht zu werden. Denn offenkundig ist wohl, das niemand so richtig das Geschäftsmodell von Wirecard durchblickt jemals hat.

Das ist ein wichtiges Zeichen, denn am Ende des Tages hat Wirecard ja auch nur versucht, im Trend der elektronischen Zahlungssysteme Fuß zu fassen (geht auch ohne Betrug, Jungs) und das überschreitet offensichtlich die Ressourcen der Behörden. In einem Interview im Handelsblatt wurde der Ruf nach einer europäischen Variante der SEC (Securities und Exchange Commission, USA) laut. Keine schlechte Idee! Aber wie Europa so etwas jemals aufbauen möchte, ist mir schleierhaft. Eher schneit es im August!

Die Lage auf einen Blick:

DAX: Ich warte auf den kleinen Ausbruch bei 12.920 Punkten. Gelingt dieser Sprung, ist der Weg, wie ich schon früher sagte, frei bis in alte Höhen. Das Ganze ist etwas mühsamer als in den Vorwochen, weil es einfach zu wenige Nachrichten gibt, die als Treibstoff dienen können.

Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq: Noch alles im grünen Bereich und es bleibt auch hier bei dem laufenden Szenario eines kleinen Ausbruchs aus der Konsolidierung, ehe DJI und S&P 500 dem Nasdaq nachsetzen können. Letzter schwebt eh schon auf ganz anderen Höhen. Ich bin gespannt, wie lange und wie weit die Schere zwischen den drei Indices noch auseinanderdriftet. Absolut heiß laufen derzeit Apple, Google, Amazon und Microsoft – das sind schon beängstigende Avancen hier, also aufpassen!

Und bei Tesla ebenfalls mal aufpassen, denn bald müsste auch der letzte Shorty das Handtuch geworfen haben, was dazu führt, dass alle anderen ihre Gewinne sichern. Ich rechne mit einem Rückschlag auf 1.000 Dollar, dann kann wieder gekauft werden.

Übrigens: Die USA haben jetzt auch ihren „Drosten“. Der gute Mann heißt Anthony Fauci, Immunologe, und wird auch nie müde, auf die „ernste“ Lage hinzuweisen. Fauci ist Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses. Der arme Kerl darf sich dann an Donald die Zähne ausbeißen.

Heute auf der Agenda:

Die arme Deutsche Bank klopft bei Google an, um die internen IT-Herausforderungen in den Griff zu bekommen. Wer hätte das jemals gedacht. Beabsichtigt ist der Zugang zu den Cloud-Diensten von Google, um sodann gemeinsam technologiebasierte Finanzprodukte zu entwickeln. Na das wird ja eine spannende Story werden, vor allem würde mich interessieren, was mit den Erkenntnissen aus der Datenauswertung passiert?

Merkt ihr was? Ich hatte es ja schon im Zuge der Wirecard-Story erwähnt: Das gesamte Geldgeschäft wandert in kleinen Häppchen ins Ausland. In ein paar Jahren wird es keine deutsche Institution geben, welches für uns Bundesbürger den Zahlungsverkehr abwickelt. Glaubt ihr nicht? Ich schon!

Lange Gesichter gab es heute bei Beiersdorf. Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat in den ersten beiden Quartalen deutlich weniger Umsatz gemacht. Der Erlös sank bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie Währungseffekte um 10,7 % auf 3,5 Mrd. Euro. Diese Ergebnisse verfehlen die Markterwartungen deutlich und da es auch keine Angaben zur Profitabilität gab, reagierte der Kurs entsprechend prompt mit -1,9%. Weitere Zahlen gibt es wohl am 6. August. Meine Meinung: Enttäuschungskurse sind Kaufkurse!

Chart Beiersdorf

Chart Beiersdorf

Kurz von der Wall Street:

Novavax erhält 1,6 Milliarden Dollar aus der „Operation Warp Speed“, dem Regierungsprogramm zur Beschleunigung der Entwicklung und Lieferung eines Covid-19-Impfstoffs. Das Geld wird verwendet, um Studien im Spätstadium abzuschließen, eine großtechnische Herstellung aufzubauen und bereits Ende 2020 100 Millionen Impfungen zu liefern.

Auch Regeneron erhielt die Finanzierung für „Operation Warp Speed“ und erhielt 450 Millionen Dollar für die Entwicklung und Produktion seines antiviralen Covid-19-Antikörper-Cocktails. Das Unternehmen sagte, die ersten Impfungen könnten bereits Ende des Sommers fertig sein. Mehr Fahnenstange geht im Fall Novavax schon gar nicht mehr, aber bei Regeneron sieht es technisch nicht so brisant aus. Ich hatte meine Vorgehensweise ja schon früher einmal skizziert: Von jedem Kandidaten ein paar Stücke kaufen und abwarten, wer das Rennen macht! Von 10 werden es 8 nicht schaffen, aber die Gewinne der beiden Sieger werden ausreichen, die Verluste zu kompensieren. Oder so ähnlich.

Performancevergleich Novavax gegen Regeneron

Performancevergleich Novavax gegen Regeneron

Sirius XM steht kurz vor dem Kauf der Podcasting-Einheit Stitcher von E.W. Scripps. Der Satellitenfunker würde angeblich rund 300 Millionen Dollar für Stitcher bezahlen. Meine Güte, Sirius XM gibt es noch? Das war mal der Renner von 2003 bis 2005 und ich hatte prächtig verdient. Seitdem habe ich geglaubt, die Satelliten wären schon lange alle verglüht. Ich schau mir das Ding nochmal in Ruhe an.

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