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Last Call! – Der Marktbericht am Abend: Mit Jenoptik, TUI, Nikola, Snap, Spotify, Pinterest und Virgin Galactic

Guten Abend,

zu einer gesunden Konsolidierung gehört auch das Wechselspiel zwischen starken und schwachen Börsenphasen. Wichtig ist, nicht zu früh aus den jeweiligen Bewegungen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Das gilt in diesen Tagen insbesondere für die Wall Street. Die aktuellsten Meldungen aus Donalds Hütte und den dort gefällten Entscheidungen verdeutlichen, dass der Auftakt zum Wahlkampf langsam hochkocht. Alles was jetzt in den kommenden Wochen passiert, sollte ausschließlich durch die Brille des Wahlkampfs betrachtet werden, also kräftiges Rühren der Wahl-Trommeln und Stimmungsmache.

In solchen Zeiten fällt es den Märkten erfahrungsgemäß schwer, eine Orientierung zu finden, denn solange unklar ist, wie die Politik des Landes in den kommenden vier Jahren aussieht, wird sich kein Marktteilnehmer vorzeitig festlegen wollen, weder groß noch klein. Da sind Tagesschwankungen oder Wochenbewegungen am besten nur zur Kenntnis zu nehmen.

Als gesichert kann heute bestenfalls gelten: die wirtschaftliche Erholung in den USA schreitet voran, wenn auch im gemäßigten Tempo. Für mich spielt es keine Rolle mehr, ob nun V oder U, L, W oder sonst noch für eine Formation. Entscheidend ist für mich nur der Weg nach oben, denn es ist genau das, was die Börsen nach der Wahl versuchen anzupreisen. Sicher ist für mich auch, die Pandemie sollte langsam als „Pandemie“ abgehakt werden, denn der Virus wird uns auch in den kommenden Jahren fortan begleiten und gehört zukünftig in die Reihe der anderen grippalen Infekte eingereiht. Auch die Börsen werden damit leben können, wie wir auch alle. Die Weichen, die durch die Pandemie gestellt wurden, werden allerdings nicht mehr zurückgestellt und daher bleiben die neuen Trends und Sektoren, die hier in ihrer Geburtsstunde stecken, im Fokus.

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Aber der anfängliche Hype um diese Geburtsstunden ebbt nun ab und läuft fortan in gemäßigtem Tempo und ruhigeren Bahnen und das ist auch gut so. Denn nun kann der Anlagehorizont wieder etwas breiter gesteckt und auch die zyklischen Sektoren wieder in den Vordergrund gerückt werden. Ich hatte dies an dieser Stelle ja schon angemerkt, dass die augenblickliche Konsolidierung für mich auch der Beginn einer Gruppenrotation ist, welche durchaus einige Wochen und Monate andauern kann. Das bedeutet nicht, dass die Hightechs nun Schnee von gestern sind, aber sie müssen sich die Bühne fortan auch mit allen anderen teilen.

Die aktuelle Lage:

DAX: Aus technischer Sicht war es zwar etwas knapp, aber tatsächlich verläuft der Index zum Wochenauftakt wieder im seichten Aufwärtstrend, den ich an dieser Stelle neulich skizziert habe. Das technische Verkaufssignal der Vorwoche ist zunächst einmal also als kleine Bärenfalle zu deuten. Damit ist zwar nichts entschieden, aber das Risiko eines kräftigen Durchrutschens ist vorerst gebannt. Und solange der Index sich in diesem Kanal bewegt, brauchen wir uns auch keine großen Sorgen zu machen. Das ist für den historisch gesehen turbulenten Herbst sicherlich nicht ganz unwichtig.

Wall Street: Auch hier haben die ersten technischen Widerstandszonen erst einmal gehalten. Auffällig ist die hohe Volatilität auf Tagesbasis – je nach Nachrichtenlage geht es mal hoch, mal runter, ohne eine klare Richtung. Diese ist besonders im Nasdaq ausgeprägt und verdeutlicht meines Erachtens eben die hohe Nervosität jener Anlegergruppe, welche ich hier schon einmal unter die Lupe genommen hatte. Ich denke, wir sind gut beraten anzunehmen, dass diese Nervosität sich über den gesamten Oktober erstreckt und vermutlich vor der Präsidentschaftswahl deutlich zunimmt. Wir können es entweder als das große Zittern bezeichnen oder die Angst vor der eigenen Courage. So oder so, auch hier ist das Ende der Korrektur noch nicht erreicht.

Heute auf der Agenda:

Jenoptik freut sich über einen größeren Auftrag von einem Automobilzulieferer. Das sind mal gute Nachrichten aus der Ecke! Der Auftrag, dessen Volumen allerdings offen blieb, umfasst drei komplette Fertigungszellen für das Schneiden und Schweißen von Karosserie-Bauteilen für Elektroautos, die mit Laseranlagen bestückt sind. Auftraggeber ist das spanische Unternehmen Gestamp, ein international agierender Spezialist für Metall-Komponenten.

Die Automobilindustrie ist ja bekanntlich seit Jahren ein wichtiger Auftraggeber für den Jenaer Technologiekonzern und durch Firmen-Übernahmen hat Jenoptik sein Industrie-Automationsgeschäft in Nordamerika und Spanien angesiedelt: Seit Januar 2020 gehört das spanische Unternehmen Interob, das auf Automatisierungslösungen spezialisiert ist, zu Jenoptik. Das sind die Geschichten, welche die Börse braucht, um zu erkennen dass es weitergeht. Fazit: Ist ein Kauf, und gelingt der Ausbruch oberhalb von 25 Euro, gleich noch mal zukaufen!

Chart Jenoptik

Chart Jenoptik

Trotz Reisewarnung der Bundesregierung will TUI ab dem 3. Oktober wieder Reisen auf die Kanaren anbieten. Die Aussage: Urlauber sollen für Pauschalreisen auf die kanarischen Inseln allein entscheiden können, ob sie ihren Urlaub trotz des Infektionsrisikos und möglicher Quarantäne bei der Rückkehr nach Deutschland antreten.

Deutschlandchef Marek Andryszak glaubt, dass durch die Möglichkeit, sich testen zu lassen, viele Kunden ihren Urlaub trotz Reisewarnung antreten werden. Damit stelle sich der Reisekonzern nicht gegen die Bundesregierung – bei den Reisewarnungen handele es sich nicht um ein Reiseverbot, sondern um eine Empfehlung, vorsichtig zu sein. Dieser Ton gefällt mir! Und der Börse auch! Boden bei 2,90 Euro hat gehalten, die Mutigen unter euch greifen zu.

Kurz von der Wall Street:

Wenn der gute Nikola Tesla wüsste, wie 77 Jahre nach seinem Tod mit seinem Namen für Unruhe geschaffen würde, er würde sich im Grab umdrehen. Zerrissener könnte es nicht laufen: auf der einen Seite die Erfolgsgeschichte schlechthin mit Tesla, auf der anderen Seite ein augenscheinliches Lügengebilde. Nun also soll Nikola-Gründer Milton auch noch das Design für seinen Wasserstoff-Truck bei einem kroatischen Designer gekauft und nicht selber entworfen haben. Eigentlich wäre das egal, stünde nicht eine Klage gegen Tesla im Raum.

Im Jahre 2018 hatte Nikola nämlich Tesla auf 2 Milliarden Dollar verklagt. Das ganze Hickhack ist schon peinlich genug und wirft natürlich kein vertrauenserweckendes Bild auf Nikola. Meine Meinung bleibt bestehen: erst bei zehn Dollar juckt es mich wieder in den Fingern und selbst dann greife ich nicht blindlings zu, sondern schaue mir genau an, wie viel Substanz hinter dieser ganzen Story wirklich steckt. Hoffentlich sehr viel mehr, als es derzeit den Eindruck macht.

Snap, Spotify – Ein Analyst von Guggenheim Securities hat Snap von “Neutral” auf “Kaufen” und Spotify von “Verkaufen” auf “Neutral” aktualisiert. “Wir gehen davon aus, dass die Bewertungsskala in den nächsten 12 Monaten zugunsten von Software gekippt wird, und betrachten daher aktuelle Software-Multiplikatoren als positive Ziele für unsere Internetabdeckung”, sagte der Analyst in einer Notiz. Sowohl Snap als auch Spotify legten im Vormarkt um mehr als 3% zu.

Virgin Galactic-Aktien fielen um 10%, obwohl die Bank of America und Susquehanna die Berichterstattung über das Raumfahrtunternehmen mit „Kaufen“ bzw. „Positiv“-Ratings eingeleitet hatten. Susquehanna sieht Virgin Galactic als “Innovator der Weltraumtechnologie mit einem wirklich einzigartigen Angebot, das Zivilisten und Fachleuten den Zugang zu Raum für Unterhaltungs- und Forschungszwecke ermöglicht”. Die Bank of America hob die „nahezu vollständigen vertikalen Integrationsfähigkeiten“ des Unternehmens bei der Montage von Raumfahrzeugen hervor.

Pinterest legte um 3,4% zu, nachdem Guggenheim das Social-Media-Unternehmen mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 48 Dollar pro Aktie initiiert hatte. Dieses Ziel impliziert eine Aufwärtsbewegung von 20% gegenüber dem Schlusskurs der Aktie von 39,90 Dollar pro Aktie am Freitag. In einer Notiz sagte der Analyst, Pinterest sei eine Empfehlung wegen „der Erweiterung der Inhaltssparten, von denen wir glauben, dass sie den Nutzen des Dienstes erhöhen und eine höhere Frequenz fördern werden.”

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