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Last Call! – Der Marktbericht am Abend: Mit Lufthansa, Alibaba, LEG und TAG Immobilien, Deere, Foot Locker, IBM und HP Enterprises

Guten Abend,

die Woche endet mal wieder mit Schlagzeilen aus dem Reich der Mitte. Aber kein neuer oder alter Virus macht die Runde, sondern ein offensichtlich wieder gesundes China, welches nun wieder seine Machtspielchen ausübt.

Diesmal ist wieder Hong Kong an der Reihe, was zwar von der Thematik her nicht überrascht, wohl aber vom Timing. Kein Wunder dass Trump da an die Decke geht, aber ich denke, genau das war das Ziel. Peking lässt nichts unversucht, den Donald zu provozieren in der Erwartung dass sich dies auf seine Wahl negativ auswirkt.

Die Börse in Hong Kong verliert knappe 5% und die Medien titulieren diese gleich mal wieder als „Crash“, was so unglaublich durchschaubar ist, dass einem schlecht wird. Jetzt, wo das Thema Corona langsam so jeden anfängt zu langweilen, wird also natürlich nach neuen Schlagzeilen gesucht – erbärmlich.

Viel wichtiger: Eine weitere positive Börsenwoche findet ihr Ende. Damit zeigt sich erneut die relative Stärke des Marktes gegenüber dem Mainstream, was aber unverändert nur wenige richtig deuten. Uns soll das recht sein –  je länger dieser Zustand andauert, desto länger trägt auch die Rally. Erst wenn alle derselben Meinung sind, wird es brenzlig.

Was ist vom Lufthansa-„Rettungspaket“ zu halten?

Aber eines wollte ich noch loswerden: Ich empfinde das „Rettungspaket“ für die Lufthansa als pervers. Erst erlässt die Regierung in Berlin einen Lockdown, welcher ehemals gesunde Unternehmen in die Nah-Pleite drängt, und dann „offerieren“ die Verantwortlichen eine Unterstützung gegen Beteiligung, in diesem Fall 20%.

Solche Methoden kenne ich nur aus Geschichtsbüchern des Mittelalters oder aus „Der Pate“! Wäre ich Chef der Lufthansa, ich würde eine Schadensersatzklage in Erwägung ziehen, in der festgestellt werden sollte, ob die Lockdown-Maßnahmen nicht auch die Verpflichtung des Staats gegenüber der Wirtschaft verletzt bzw. ignoriert haben.

Chart Deutsche Lufthansa

Chart Deutsche Lufthansa

Die Lage auf einen Blick:

DAX: Aus rein technischer Sicht hat sich seit Mittwoch nicht viel getan, aber auch das ist mal ein gutes Zeichen. Es muss ja nicht jede Woche etwas passieren. Noch immer fehlt der Befreiungsschlag bei 11.250 Punkten, denn erst dann kann es weitergehen. Wird es das? Ja, das wird es, denn die Börsen befinden sich gedanklich schon fast im Jahre 2021. Warum? Weil die Kurse immer der Realität um sechs bis neun Monate voraus sind. Das gerät immer wieder in Vergessenheit, egal wie oft ich es predige.

Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq: Immer öfter fällt der Name Joe Biden in den Nachrichten, was beweist, dass der Wahlkampf immer mehr in den Fokus rückt, wie an dieser Stelle schon angemerkt. Ein deutlich angeschlagener Donald muss sich jetzt langsam mal was einfallen lassen, denn es wird zweifelsohne ein interessanter Sommer werden: abflachende Corona-Welle und Erholungsspekulation, Disput mit China, Wahlkampf etc.

Heute im Programm standen:

Alibaba stark in der Cloud

Der chinesische Online-Händler Alibaba konnte wie seine amerikanischen Rivalen in der Corona-Krise ebenfalls im Umsatz punkten. Um ganze +22% verbesserte sich der Umsatz zwischen Januar und März, nur der Gewinn sackte aufgrund von Corona-bedingten Bewertungsverlusten bei Investments um 88% auf 3,2 Mrd Yuan zusammen. Nicht so schlimm, wichtig sind immer das Kerngeschäft und die Erlöse daraus.

Im Geschäft mit Cloud-Diensten, in dem Alibaba Speicherplatz und Rechenkapazität über das Internet zur Verfügung stellt, zogen die Erlöse um 58 % auf 12,2 Mrd. Yuan an. Da Alibaba aber auch an der Wall Street gelistet ist, dürfte das neue US-Gesetz, dass chinesischen Firmen erschweren soll, in den USA an den Börsen gelistet zu sein, hier auch Fragezeichen aufkommen lassen. Fazit: Kursschwäche kommende Woche für weitere Käufe nutzen! Denn Streit hin oder her, Alibaba wird seinen Weg erst einmal fortsetzen.

Großfusion im deutschen Immobiliensektor?

LEG Immobilien verhandelt also mit TAG Immobilien über einen Zusammenschluss. Sehr spannend, ließt sich diese Konsolidierung doch schon wie eine Notwendigkeit, in der Spitze des Immobilientrends vorsorglich aktiv zu werden. Kommt da was auf uns zu und wissen die Konzernspitzen mehr als wir? Wars das jetzt wirklich mit dem Immo-Boom?

Kommt es zu einer Fusion, soll diese über einen Aktientausch abgewickelt werden, bei der die TAG-Aktionäre Anteilsscheine der LEG erhalten. Zum Vergleich: LEG war an der Börse zuletzt rund 7,7 Mrd. Euro wert, TAG brachte drei Mrd. Euro Milliarden. Wenn beide zusammenkommen, wäre das ein DAX Kandidat! Wer fliegt denn dann raus? Etwa eine Wirecard? DAS wäre dann mal eine echte Wirecard-Schlagzeile. Beide Werte bitte beobachten.

Chartvergleich LEG Immobilien und TAG Immobilien

Chartvergleich LEG Immobilien und TAG Immobilien

Kurz und aktuell von der Wall Street:

Der Baumaschinenhersteller Deere meldete im zweiten Quartal einen Gewinn von 2,11 Dollar je Aktie, verglichen mit der Konsensschätzung von 1,62 Dollar. Auch die Einnahmen übertrafen die Schätzungen. Deere geht davon aus, dass der weltweite Absatz von Geräten in diesem Jahr um 30% bis 40% sinken wird, da die Covid-19-Pandemie die Nachfrage belastet. Schnee von gestern und das Urteil der Börse spricht Bände: +1,3% sind ein erstes Zeichen dafür, dass es 2021 besser läuft. Kursziel 182 Dollar.

Foot Locker verlor im letzten Quartal 67 Cent pro Aktie, mehr als die 25 Cent, welche die Wall Street erwartet hatte. Der Umsatz des Einzelhändlers für Sportschuhe und -bekleidung verfehlte ebenfalls die Schätzungen. Der vergleichbare Umsatz fiel um mehr als erwartete 42,8%. Foot Locker hat auch seine vierteljährliche Dividende vorübergehend ausgesetzt. Nike ist besser, weil Nike die stärkere Marke hat. Umschichten!

Hewlett Packard Enterprise fiel mit einem Quartalsgewinn von 22 Cent pro Aktie um 7 Cent pro Aktie hinter den Schätzungen zurück. Der Umsatz des Unternehmens für Cloud-Computing-Unternehmen ging ebenfalls zurück, da das Geschäft von HPE durch den Ausbruch des Coronavirus erheblich beeinträchtigt wurde. Das Unternehmen stellte außerdem einen Kostensenkungsplan vor, mit dem bis 2022 mindestens 1 Mrd. Dollar eingespart werden sollen. Auch nicht schön, denn damit zementiert sich der Abwärtstrend. Erst bei 8 Dollar schauen wir nochmals hin.

IBM wird eine nicht spezifizierte Anzahl von Arbeitsplätzen streichen, der erste Personalabbau unter dem neuen CEO Arvind Krishna, der Anfang dieses Jahres Ginni Rometty abgelöst hat. Eine Person, die mit den Plänen von IBM vertraut ist, sagte gegenüber dem Wall Street Journal, dass wahrscheinlich mehrere tausend Arbeitnehmer betroffen sind. Keine wirklich guten Nachrichten, denn wieso geht es allen anderen Tech-Werten besser? Hm, ich denke, wir werden uns IBM mal näher anschauen müssen.

Schönen Feierabend und ein erholsames Wochenende

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