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Last Call! – Der Marktbericht am Abend: Mit neuen Erkenntnissen zur Corona-Erholung, Bayer, Oracle, Tesla und Crocs

Guten Abend,

die Woche hätte nicht besser enden können! Die Korrektur der Tech-Highflyer ist noch nicht beendet und das wird über das Wochenende vielen den Kopf zerbrechen. Das ist äußerst erfreulich, denn je mehr Verunsicherung im Markt verbleibt, desto größer die Chancen auf günstigere Kurse!

Die dünne Nachrichtenlage verschlimmbessert diese Lage nur noch. Denn ohne News nix los, also haben wir gegenwärtig die umgekehrte Lage wie vom Sommer: Jede klitzekleine Nachricht wurde als Rechtfertigung für weiter steigende Kurse genutzt und wir alle wissen, dass so eine Entwicklung auf Dauer nicht zu halten ist.

Dieses Börsenbild passt aber auch zur aktuellen Lage der Weltwirtschaft. Denn nach den teils kräftigen Erholungen aus dem Lockdown heraus, insbesondere in Deutschland, flachen die Kurven jetzt langsam wieder etwas ab. Die Signale der Frühindikatoren der OECD fallen dabei allerdings auch unterschiedlich aus. China wurde ja als erstes Land vom Coronaschock getroffen und die Konjunktur brach wegen der staatlichen Eindämmungsmaßnahmen stark ein. Ebenso rasant hat sie sich aber auch wieder als erstes erholen können. Der Rest der Welt hinkt der Entwicklung denn auch um rd. zwei Monate hinterher. Und während in Frankreich und Deutschland die Frühindikatoren steigen, haben sie sich in Spanien im Juli erneut abgeschwächt, was der steigenden Zahl von Neuinfektionen zuzuschreiben ist, welche zu neuen lokalen Ausgangssperren und Reisebeschränkungen geführt haben.

Also ist m.E. klar: Deutschland und China haben das „V“ geschafft, die USA den „Swoosh“ (wie das Logo von Nike), Europa ist in „L“ und „U“ geteilt und alle anderen basteln noch an ihren Buchstaben. Für die Börse bedeutet das: Es wird langsam wieder alles wieder etwas ruhiger und weniger aufgeregt.

Und an alle, die die gesamte Erholung seit März verpennt haben und noch immer auf den „perfekten“ Einstieg warten: More bravery next time! Denn fortan wird es weniger Kursraketen geben, dafür aber berechenbarere Trends.

Übrigens: Heute vor 19 Jahren fand in New York der 9/11 Terroranschlag statt. Als Betroffener, der im World Trade Center einen Studienfreund verloren hat, er war Mitarbeiter bei Cantor Fitzgerald, erwähne ich das immer wieder gern, denn es erinnert uns daran, dass es noch wichtigere Dinge im Leben gibt als den täglichen Börsenhype.

Die Lage auf einen Blick:

DAX: Unser Nager zeigt sich erstaunlich und erfreulich widerstandsfähig und das hat, wie schon diese Woche mehrfach bemerkt, gute Gründe. Das Schöne daran: Besser könnte der Index für eine Herbstrally nicht aufgestellt sein, denn wenn sich die Wall Street von unten aus der Konsolidierung erholt, notiert der DAX noch oben und ist somit einen Schritt weiter.

Wall Street: Wenn die 11.000 kommende Woche nicht halten, geht’s in Richtung 10.000 und genau dorthin, wo ich den Nasdaq auch „haben“ will. Wisse: Korrekturen verlaufen selten in einem Rutsch, sondern immer in bis zu fünf Etappen. Jetzt haben wir erst den Beginn der dritten Etappe, bleiben also möglicherweise noch zwei übrig. Wenn kommende Woche zudem die kurzen Aufwärtstrends im Dow Jones und S&P 500 noch brechen, geht’s erst recht munter weiter. Also: Übt euch in Geduld, ignoriert die Marktkommentare (außer diesem natürlich) und fokussiert euch. „Sell in May…“ war dieses Jahr definitiv falsch, aber vielleicht wird es ja etwas mit dem „….don’t forget to come back in September“!

Heute auf der Agenda:

Bayer ist einen Schritt weitergekommen im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat. Es steht nach eigenen Angaben wohl ein Kompromiss mit US-Klägern im Raum, wo Fortschritte bei den Verhandlungen um einen überarbeiteten Vergleich erzielt worden sind.

Die Details sind zwar noch nicht bekannt, aber sollen in den kommenden Wochen dem zuständigen US-Gericht vorgelegt werden. Zur Erinnerung: Eigentlich gab es bereits Ende Juni eine Lösung zur Beilegung der Rechtskonflikts, doch ein wichtiger Teil des Vergleichspakets wurde vom Bundesrichter Vince Chhabria als problematisch eingestuft und musste überarbeitet werden. Stein des Anstoßes war hier die geplante Handhabung zur Beilegung möglicher künftiger Glyphosat-Klagen. Dieser Teil des Vergleichs ist für Bayer von großer Bedeutung, um beim Thema Glyphosat künftig Rechtssicherheit in den USA zu erreichen.

Ich rate dazu, Bayer ins Visier zu nehmen, denn damit wird m.E. im Herbst eine Trendwende eingeläutet werden können. Schon der Chart zeigt den Ansatz: Gelingt der Ausbruch aus dem kurzen Abwärtstrend, sind Kurse um 73 Euro per Weihnachten machbar. Merry Christmas!

Chart Bayer

Chart Bayer

Kurz von der Wall Street:

Oracle meldete einen Quartalsgewinn von 93 Cent pro Aktie, 7 Cent pro Aktie über den Schätzungen. Die Einnahmen des Business-Software-Riesen übertrafen auch die Prognosen der Wall Street. Die Ergebnisse von Oracle wurden durch einen verstärkten Fokus auf Cloud-basierte Produkte und Services unterstützt, da mehr Mitarbeiter remote arbeiten. Gute Zahlen, gute Markttechnik! Sieht gut aus mit dem Break und das die Wolke schwer im Kommen is,t dürfte nun auch dem letzten dämmern! Kauf!

Chart Oracle

Chart Oracle

Tesla plant laut mehreren Berichten den Export von dem in China hergestellten Modell 3 in den asiatischen und europäischen Markt. Die Massenproduktion von diesen Fahrzeugen plus dem Model Y für den Export soll im vierten Quartal beginnen. Und dann kommt noch die Fabrik in Berlin 2021 dazu und was meint ihr wohl, wie die Kisten weggehen werden? Korrektur in der Kurs geht mir noch immer nicht weit genug – es bleibt dabei: erst zwischen 300/320 Dollar wird es interessant.

Der Gummischuhhersteller Crocs rechnete für das laufende Quartal mit einem Umsatzwachstum von rund 10% gegenüber dem Vorjahreswert von 312,8 Mio. Dollar. Die Marke hat angesichts der Covid-19-Pandemie eine enorme Widerstandsfähigkeit bewiesen und der prognostizierte Umsatz für das am 30. September endende Quartal würde über der aktuellen Konsensschätzung von 305,2 Mio. Dollar liegen. Wie ich diese Dinger hasse, aber der Kursverlauf hat es schon in sich: von 10 auf 40 Dollar seit März. Kauft ihr weiter diese Gummilatschen und kommt es zu einem Break im Kurs, ist die Aktie ein Kauf.

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