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Last Call! Wall Street: Mit Virgin Galactic, Ark Innovation, Norwegian Cruise, Cisco Systems, Nikola, Oracle und Imax

Liebe Leser,

die Woche beginnt mit einer leicht nervösen Stimmung, insbesondere im gesamten „Tech“-Sektor. Die große Frage im Raum: Sind die Korrekturen in den alten „High-Flyern“ weitgehend abgeschlossen oder sollten sich die Marktteilnehmer mit neuen Käufen noch etwas gedulden?

Was ist hier los? Warum sollte ein Zinsanstieg Aktien schaden, insbesondere den hochfliegenden Technologieaktien?

Es hat mit der Art und Weise zu tun, wie die Wall Street Aktien bewertet. Der Markt ist ein Diskontierungsmechanismus: Er versucht herauszufinden, was ein zukünftiger Strom von Cashflow – oder Gewinn – heute wert ist. Dieses Modell, bekannt als das Discounted-Cashflow-Modell, ist der Kern der Herausforderung der kommenden Wochen für Technologieaktien.

Aktien konkurrieren mit anderen Investitionen wie Anleihen und Bargeld. Wenn ihr jetzt 100 Dollar habt, ist es dann besser, in Aktien, Anleihen, Bargeld oder etwas anderes zu investieren? Profi-Anleger schauen auf den Zeitwert des Geldes. Je eher Sie Geld besitzen, desto eher können Sie es investieren. Wenn ich jetzt 100 Dollar habe und sie heute in eine Anleihe investieren kann und 2% erhalte, bedeutet das, dass ich nächstes Jahr 102 Dollar. haben werde. Hundert Dollar in einem Jahr von jetzt an nützen mir nichts, weil ich sie nicht investieren kann.

Was sagt uns das?

Es sagt uns, dass ein Dollar heute mehr wert ist als ein Dollar in der Zukunft, weil diese 100 Dollar zu 102 Dollar werden, wenn ich in eine Anleihe investiere. Was ist ein heute investierter Dollar in einer Aktie wert, die Sie vielleicht für, sagen wir, fünf Jahre halten möchten? Die meisten Aktien werden danach bewertet, wie viel Geld sie in der Zukunft generieren können. Der diskontierte Cashflow verwendet eine Formel, um den Gegenwartswert eines erwarteten Stroms zukünftiger Cashflows zu berechnen.

Das ist nicht einfach herauszufinden. Und genau deshalb wird jetzt an allen Ecken und neu nachgerechnet. Und gerade mit wachstumsstarken Aktien wie vielen Technologieaktien ist das besonders schwer. Das liegt daran, dass bei vielen Technologiewerten schnelle Wachstumsannahmen eingepreist sind. Anstelle von Cashflows, die beispielsweise immer 1 Million Dollar pro Jahr betragen, haben viele die Erwartung eines Wachstums von 10%, 20%, 30% oder mehr. In diesem Fall würde ein Anstieg der Zinsen den Barwert der Investition noch mehr auffressen.

Fazit: Erst wenn die Anpassungen vollendet sind, entstehen in den „Techs“ wieder Kaufkurse. Das kann noch ein paar Tage dauern.

Die wichtigsten Meldungen vom Freitag:

Virgin Galactic fielen um 9%, nachdem der Vorstandsvorsitzende Chamath Palihapitya seinen persönlichen Besitz von 6,2 Millionen Aktien für etwa 213 Millionen Dollar verkauft hatte. Er besitzt immer noch 15,8 Millionen Aktien zusammen mit seinem Investmentpartner Ian Osborne. Palihapitiya sagte in einer Erklärung gegenüber CNBC, dass er plant, den Verkauf “in eine große Investition umzuleiten, die ich zur Bekämpfung des Klimawandels tätige.” Warum der Kurs dann daraufhin so kräftig nachlässt, bleibt mir ein Rätsel, denn es impliziert ja kein negatives Urteil gegenüber Virgin. Egal, Space bleibt gerade nach der Korrektur eine spannende Story und ich rate, bei 24 Dollar langsam wieder in Position zu gehen.

Chart Virgin Galactic

Chart Virgin Galactic

Ark Innovation – Anteile des Flaggschiff-ETFs von Cathie Wood fielen intraday um mehr als 6%, da steigende Zinssätze Innovationsaktien unter Druck setzten. Die Top-Holdings des Fonds waren alle im Minus. Aktien von Tesla fielen um 7%, Square und Roku verloren jeweils 6% und Baidu fiel um 8%. CRISPR Therapeutics fiel um fast 10% und Shopify gab um 7,5% nach. Ein Klasse-ETF und m.E. einer der besten Möglichkeiten, in den spannendsten Titeln breit unterwegs zu sein. Kaufen, egal zu welchem Kurs.

Norwegian Cruise Line Holdings fielen um 12% und schnitten schlechter ab als andere Kreuzfahrtunternehmen, nachdem das Unternehmen ein weiteres Aktienangebot angekündigt hatte. Das Unternehmen verkauft etwa 47,6 Millionen Aktien für 30 Dollar pro Aktie. Norwegian sagte, dass es plant, die Mittel für den Rückkauf von Schulden zu verwenden. Das ist völlig OK und kein Zeichen von Schwäche, im Gegenteil. Die Kreuzfahrer bleiben ein Kauf!

Die Aktien von Cisco Systems stiegen um mehr als 3%, nachdem JPMorgan die Aktien von neutral auf übergewichten hochgestuft hatte. Sie stufen die CSCO-Aktie auf “Overweight” hoch, da die Erholung der IT-Ausgaben im Unternehmensbereich die Erwartungen übertrifft, die Umstellung auf Abonnements planmäßig verläuft und die Bewertung nach der Underperformance gegenüber den Wettbewerbern immer noch günstig ist. Dem stimme ich zu, und meine Kaufempfehlung zu Cisco wird damit einmal mehr untermauert. Beeindruckend auch die relative Stärke in diesem Markt!

Nikola fielen um mehr als 7%, nachdem JPMorgan die Aktie von “Overweight” auf “Neutral” zurückgestuft hatte. Die Wall Street Firma sagte, dass die “guten Nachrichten” bereits in die Nikola-Aktie eingepreist sind. Äh, welche guten Nachrichten denn bitte schön?! Schrott bleibt Schrott und erst, wenn ich einen fahrenden Nikola-LKW sehe, ändere ich meine Meinung.

Oracle sprang um 7%, nachdem Barclays das Unternehmen von “gleichgewichten” auf “übergewichten” hochgestuft hatte und sagte, es sehe ein “beschleunigtes Wachstum”, das eine “mehrfache Expansion” vorantreiben werde. Barclays nannte “einen sich verbessernden Cloud-Mix und ein besseres Umfeld für IT-Ausgaben” als Faktoren, die Oracle-Aktien nach oben treiben. Yep, alles richtig und daher auch für mich ein Kauf!

Imax-Aktien sprangen um 18%, nachdem das Unternehmen sagte, dass es in diesem Jahr bessere Ergebnisse erwartet, da die Verbraucher in die Kinos zurückkehren. Der Kursanstieg erfolgte, obwohl der Kinobetreiber gemischte Ergebnisse für das vierte Quartal meldete, wobei die Verluste pro Aktie die Schätzungen von Refinitiv übertrafen. Allerdings verzeichnete Imax auch einen besser als erwarteten Umsatz für das Quartal. Es stimmt schon, Streaming hin oder her, nichts schlägt das „Kino-Feeling“ und auch hier wird es ein Comeback geben. Gelingt der Break bei 26 Dollar, kann nachgekauft werden!

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