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Nel ASA: Durchwachsene Zahlen – Drohen auch Kursverluste bei Plug Power, ITM Power und PowerCell Sweden?

Der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel ASA hat Zahlen zum Abschlussquartal 2020 präsentiert, die man nur als durchwachsen bezeichnen kann. Auf der Habenseite ordnet sich sicherlich die Umsatzentwicklung ein. Hier erreichte das Unternehmen mit 229,1 Millionen Norwegische NOK (NOK) ein weitaus besseres Ergebnis als erwartet. Der Marktkonsens lag hier nur bei 162,3 Millionen NOK. Damit übertraf Nel nicht nur die Ergebnisse aus den drei vorangegangenen Quartalen im Geschäftsjahr, sondern lieferte auch ein Umsatzwachstum um rund 30% zum Vorjahr.

Allerdings ließ dann die Rentabilität deutlich zu wünschen übrig. Denn das EBITDA wies einen negativen Betrag von 96,2 Millionen NOK aus. Hier hatten die von FactSet befragten Analysten nur mit einem Verlust von 40,5 Millionen NOK gerechnet. Und es dürfte auch im laufenden Geschäftsjahr nicht besser werden.

Nel ASA stellt weitere Verluste in Aussicht

So hat Nel ASA bereits angekündigt, rund ein Viertel des in 2020 neu eingeworbenen Kapitals in den Ausbau seiner Produktionstechniken zu investieren, um damit mit einem Ausbau der Kapazitäten die hohe Marktnachfrage zu befriedigen. Das heißt allerdings auch, dass es in 2021 zu einem signifikant negativen EBITDA kommen soll. Noch zwei weitere Zahlen wurden geliefert. So konnte der Auftragsbestand um 90% auf inzwischen 980 Millionen NOK angehoben werden. Gleichzeitig hielt das Unternehmen zum Ende des Jahres einen Cash-Bestand von 2,3 Milliarden NOK.

Chart Nel ASA

Chart Nel ASA

Was macht der Markt daraus? Er schickte die Aktie erst einmal nach unten. An der Osloer Heimatsbörse geben die Aktien von Nel ASA heute um über 5% nach und haben damit auch ihre 50-Tage-Linie nach unten hin durchbrochen. Ein nächstes Auffang-Niveau wäre bei rund 25 NOK, in Euro bei rund 2,40 Euro. Noch stehen neue Analysten-Statements aus. Dennoch muss sicherlich hier gesehen werden, dass alles in den vergangenen Wochen nach einer vorläufigen Topbildung aussah mit einer anschließenden Konsolidierung, aus der nun mit dem durchmischten Zahlenwerk auch eine Korrektur werden könnte.

Plug Power mit im Abwärtssog

Was bedeutet das für andere Wasserstoff-Aktien? Auch diese stehen derzeit durch die Bank unter Druck. Die amerikanische Plug Power hatte zwar zuletzt einen großen Deal mit dem Baukonzern Acciona melden können. Doch das lässt aktuell die Anleger kalt. Hier ist sicherlich aus technischer Sicht zu befürchten, dass es mindestens noch mal bis auf die 50-Tage-Linie abwärts geht. Diese liegt derzeit bei rund 49 Dollar.

Chart Plug Power

Chart Plug Power

ITM Power: Zahlen wirken nach

Kein gutes Chartbild ist auch bei der britischen ITM Power zu erkennen. Diese ist mit dem heutigen Tag dabei, ebenfalls ihren kurzfristigen Trend mit der 50-Tage-Linie nach unten zu durchbrechen. Im Worst Case würden wir hier als nächste Auffang-Linie den Bereich um 400 Pence sehen. Hier dürften letzten Endes auch noch die Zahlen zum ersten Fiskalquartal nachwirken, als ITM Power einen größeren operativen Verlust als erwartet melden musste.

Chart ITM Power

Chart ITM Power

PowerCell Sweden: Relative Stärke?

Und auch ein Blick auf PowerCell Sweden. In den letzten Wochen machte das Unternehmen zwar mit neuen Aufträgen auf sich aufmerksam, doch in der jetzigen charttechnischen Situation der Wasserstoff-Branche scheint auch hier vorerst nicht viel zu holen zu sein. Immerhin gibt es hier einen kleinen Lichtblick. Denn der Break nach unten durch die 50-Tage-Linie ist noch nicht erfolgt. Auf dem derzeitigen Niveau liegt die Aktie auch noch auf einer Unterstützungszone. Gut möglich, dass sich PowerCell in dieser Situation besser schlagen wird als die Konkurrenz.

Chart PowerCell Sweden

Chart PowerCell Sweden

Fazit: Wer über Absicherungen in Nel ASA und den anderen Werten ausgestoppt wurde, bleibt vorerst draußen. Neue Positionierungen erst, wenn sich die Charttechnik wieder stabilisiert hat. Eins bleibt aber bestehen: Wasserstoff bleibt eines der großen Trendthemen an der Börse und auch Thema in unserem Börsenbrief „Future Money“.

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