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Ölpreis-Crash: Shell jetzt kaufen?

Viele Sektoren sind in irgendeiner Weise auf Öl angewiesen. Fluggesellschaften brauchen es für Flugzeuge, Transport & Logistik auch in Zeiten des Lockdowns und auf indirekte Weise wird jedes Unternehmen mit einem großen Vertriebsnetz auch von der Nachfrage nach Benzin betroffen sein. Offensichtlich kann es gut und schlecht sein, je nachdem, um welches Unternehmen es sich handelt. Also wird es vor dem Hintergrund der Unruhen um den Ölpreis Zeit, den Blick auf Royal Dutch Shell und BP zu richten.

Der Rückgang des Ölpreises in den letzten Monaten hat die Kurse beider Unternehmen erheblich unter Druck gesetzt: Der BP-Aktienkurs ist seit Anfang März um 31% gefallen, Royal Dutch Shell um 29%. Damit befinden sich beide Unternehmen auf mehrjährigen Tiefstständen, was angesichts der hohen Korrelation zwischen dem Ölpreis und der Geschäftstätigkeit der beiden Unternehmen keine wirkliche Überraschung darstellt.

Einfach ausgedrückt: Ein niedrigerer Ölpreis verringert die Gewinnmargen für beide Unternehmen. Doch mit den jüngsten Ereignissen halten wir beide Unternehmen mittlerweile für interessante Kandidaten.

Wird die OPEC jetzt intervenieren?

Dies liegt daran, dass der Ölpreis zuvor niedrig war, aber nicht auf einem so schmerzhaften Niveau als das damit kein Geld zu verdienen wäre. Große Öl-exportierende Länder wie Saudi-Arabien können selbst mit einem Ölpreis von rund 25 Dollar pro Barrel noch rentabel sein. Der Ölverband OPEC hat sich daher bislang nur begrenzt eingemischt. Jetzt allerdings sind die Verwerfungen so schwerwiegend, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen und so wird OPEC wahrscheinlich auf eine starke Produktionskürzung bestehen, um den Ölpreis anzukurbeln.

Darüber hinaus sollte allen klar sein, dass die Verwerfungen im Ölpreis nur eine vorübergehende Störung darstellt, welche wahrscheinlich sogar in das absolute Gegenteil drehen kann. Sollte das Überangebot nämlich dazu führen, das einige Bohrlöcher geschlossen werden und sie für die Zukunft unbrauchbar machen, wird ein Ende des Lockdowns und der folglich anziehenden Nachfrage dazu führen, dass plötzlich zu wenig (!) Öl lieferbar ist.

Shell und BP als Wette des Jahres?

Denn sicher ist, das die Menschen wieder fliegen, fahren und allgemein handeln werden, was die Nachfrage nach Öl wieder anziehen lässt. Dies sollte sich in einem Anstieg des Aktienkurses für Unternehmen wie BP und Royal Dutch Shell bemerkbar machen.

Daher könnte der Kauf der Aktien jetzt ein sehr kluger Schachzug sein, sofern Sie bereit sind, einer Intervention durch die OPEC vorzugreifen. Es könnte die Spekulation des Jahres werden.

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