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Philips: Darum ist das Unternehmen ein Krisen-Gewinner

Mit Vorlage der Ergebnisse für das 2. Quartal ist zu erkennen: Dank des Geschäftes mit Beatmungsgeräten konnte der niederländische Medizintechnikkonzern Philips im zweiten Quartal die Einbußen durch die Pandemie teils kompensieren. Philips hat die Produktion von Beatmungsgeräten von April bis Ende Juni verdreifacht und will ab Juli 4.000 Geräte pro Woche herstellen. Umsatz und operatives Ergebnis gingen zwar deutlich zurück, aber nicht so stark wie von den meisten Experten befürchtet.

Vor allem die Geschäfte der Sparte Connected Care, zu der auch Monitoring- und Beatmungsgeräte zählen, liefen sehr gut. In diesem Segment haben sich die Bestellungen mehr als verdoppelt, während andere Investitionen in Krankenhäusern angesichts der Pandemie aufgeschoben worden. Dieser negative Effekt konnte also von Connected Care teilweise ausgeglichen werden. In Kürze:

Philips mit deutlichem Plus beim Auftragseingang

Im Vergleich zum Vorjahresquartal fiel der Umsatz  um 6% auf rund 4,4 Milliarden Euro. Der negative Einfluss der Corona-Krise auf den Umsatz beträgt etwa 10%. Während die Erlöse in Westeuropa etwas zulegten, fielen sie in Nordamerika und anderen Regionen wie Indien jedoch umso kräftiger. Der Auftragseingang zog dagegen nach einem bereits starken ersten Quartal weiter deutlich um 27% an. Der um Sondereffekte bereinigte Konzerngewinn (EBITA) brach im zweiten Quartal um fast ein Viertel auf 418 Millionen Euro ein, konnte aber durch Kosteneinsparungen teilweise kompensiert werden. Das auf die Aktionäre entfallende Nettoeinkommen sackte so um rund 14% auf 208 Millionen Euro ab.

Viel wichtiger: Philips hält an seiner Jahresprognose fest. Zitat: “Wir erwarten im zweiten Halbjahr die Rückkehr zu Wachstum und verbesserter Profitabilität”. Entscheidend ist dabei, dass der Konzern das bestehende Orderbuch abarbeitet und die Nachfrage darüber hinaus weiter anzieht.

Die bisherige Jahresprognose wurde bestätigt und demnach soll der Umsatz für 2020 im Vergleich zum Vorjahr leicht zulegen und die bereinigte EBITA-Marge steigen. Im zweiten Quartal war die EBITA-Marge wegen des Nachfragerückgangs im Zuge der Corona-Pandemie unter Druck geraten, das. Philips sieht sich auf Kurs, um im Gesamtjahr mehr als 400 Millionen Euro einzusparen.

Break = Kaufsignal

Zum Aktienkurs: Die Aktien zogen heute um rund 6,3% auf 46 Euro an und erreichten damit einen neuen Rekordkurs. Die Kursverluste im Zuge des Corona-Crashs sind also wettgemacht. Vor dem Hintergrund, dass Analysten die Geschäftszahlen in höchsten Tönen loben, spricht einiges dafür, dass diese Story an Fahrt gewinnt.

Denn: Medizintechnik wird in den kommenden Jahren als Folge der Pandemie groß geschrieben werden. Fazit also: Topkurs ist kein Grund zu erschrecken, vielmehr ein Zeichen, dass hier noch einiges bevorsteht. Die Aktie ist ein Kauf!

Chart Philips

Chart Philips

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