Trumps Zollpolitik erschüttert globale Märkte und erhöht Rezessionsrisiko

Neue US-Handelsbarrieren lösen globale Finanzturbulenzen aus und steigern das Rezessionsrisiko auf 60%. China erhebt Gegenzölle von 34% und der S&P 500 verliert stark.

Die Kernpunkte:
  • Weltweite Börsen verlieren Billionen an Wert
  • Finanzinstitute warnen vor Konjunkturabschwung
  • Handelskonflikt mit China verschärft sich
  • Französische Cognac-Branche besonders betroffen
  • Fed könnte mit Zinssenkungen reagieren

Die globalen Finanzmärkte befinden sich nach der Einführung von Donald Trumps neuen Zöllen in einem beispiellosen Ausnahmezustand. Seit dem 5. April 2025 müssen Importeure in den USA einen „Basis-Zoll“ von 10% auf eine Vielzahl von Waren aus zahlreichen Ländern entrichten, während ab kommendem Mittwoch für 57 größere Handelspartner sogar Zollsätze zwischen 11% und 50% fällig werden. Diese radikale Neuausrichtung der US-Handelspolitik hat globale Märkte erschüttert und den S&P 500 innerhalb einer Woche um 9% abstürzen lassen – ein Verlust von 5 Billionen US-Dollar an Börsenwert in nur zwei Tagen.

Rezessionsängste wachsen weltweit

Die Auswirkungen der Zollpolitik haben führende Finanzinstitute dazu veranlasst, ihre Prognosen drastisch zu revidieren. J.P. Morgan hat die Wahrscheinlichkeit einer globalen Rezession bis Ende des Jahres von 40% auf 60% angehoben. „Disruptive US-Maßnahmen wurden das ganze Jahr über als größtes Risiko für die globale Wirtschaft erkannt“, erklärte die Bank und fügte hinzu, dass die Effekte „durch Vergeltungsmaßnahmen, einen Einbruch der US-Geschäftsstimmung und Unterbrechungen in den Lieferketten wahrscheinlich verstärkt werden.“

Auch andere Finanzinstitute haben ihre Prognosen nach unten korrigiert. Goldman Sachs erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession von 20% auf 35%, während S&P Global seine Einschätzung von 25% auf 30-35% anhob. HSBC gibt sogar an, dass die Aktienmärkte bereits eine 40-prozentige Rezessionswahrscheinlichkeit einpreisen.

China schlägt zurück – Handelskrieg eskaliert

Die Reaktion aus Peking ließ nicht lange auf sich warten. China verhängte am Freitag als Vergeltung zusätzliche Zölle von 34% auf alle US-Waren und verkündete Exportbeschränkungen für bestimmte Seltene Erden. „Der Markt hat gesprochen“, erklärte der chinesische Außenministeriumssprecher Guo Jiakun in einem Facebook-Post, der die Kursverluste an den US-Märkten zeigte. Er forderte Washington auf, „die falschen Maßnahmen zu beenden und Meinungsverschiedenheiten mit Handelspartnern durch gleichberechtigte Konsultationen zu lösen.“

Chinesische Handelsverbände verschiedener Branchen warnten vor den Folgen der US-Zölle: „Sie werden die Importkosten für US-Importeure und die Verbraucherkosten erhöhen, die inländische Inflation in den USA verschärfen und die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession erhöhen“, so die Handelskammer für Metall- und Chemikalienhandel.

Französische Cognac-Industrie in der Krise

Besonders hart trifft die US-Zollpolitik die französische Cognac-Branche, die bereits durch den Handelskonflikt mit China geschwächt ist. Trumps Entscheidung, einen 20%-Zoll auf alle europäischen Waren zu verhängen, vertieft die Probleme für die fast 3 Milliarden Dollar schwere Industrie. Die USA sind der größte Cognac-Konsument weltweit und machen die Hälfte des Absatzes aus.

„Die Situation ist sehr schwer zu navigieren. Wir haben ein enormes Sichtbarkeitsproblem“, sagt Christophe Fillioux, Besitzer und Master Blender des Cognac-Hauses Jean Fillioux, das 1894 von seinem Urururgroßvater gegründet wurde. Er hat bereits begonnen, Teile seiner Weinberge zu roden, um sich an die Krise anzupassen.

Schlimmer noch: Trump droht mit 200% Zöllen auf europäische Weine und Spirituosen, falls Europa US-Bourbon mit zusätzlichen Abgaben belegt. Im vergangenen Jahr exportierte Frankreich Cognac im Wert von etwa 1 Milliarde Euro in die USA. Der US-Markt ist auch Frankreichs wichtigster Exportmarkt für Wein, mit Verkäufen, die im letzten Jahr um 8% auf 2,3 Milliarden Dollar gestiegen sind.

Zinssenkungen als möglicher Rettungsanker

Während die Zölle das Wirtschaftswachstum dämpfen könnten, erwarten einige Analysten, dass die US-Notenbank Federal Reserve mit weiteren Zinssenkungen gegensteuern wird, um die Konjunktur anzukurbeln. Goldman Sachs rechnet nun mit drei Zinssenkungen bis Ende des Jahres, im Vergleich zu den zwei erwarteten Senkungen vor Trumps Zollankündigung.

UBS erwartet Zinssenkungen von 75 bis 100 Basispunkten im verbleibenden Jahr 2025, während Citigroup an seiner Prognose von 125 Basispunkten Senkung ab Mai festhält. J.P. Morgan geht weiterhin von zwei Zinssenkungen um je 25 Basispunkte aus. Laut LSEG-Daten rechnen Investoren mit Zinssenkungen um insgesamt 100 Basispunkte im Jahr 2025.

Republikaner drängen auf Trumps umfassende Agenda

Trotz der Marktturbulenzen arbeiten die Republikaner im US-Senat an der Umsetzung von Trumps weitreichender Agenda. In einer Marathon-Sitzung, die am Freitag begann und bis in die frühen Morgenstunden des Samstags dauerte, verhandelte der Senat über einen Haushaltsrahmen für Trumps Steuer-, Grenz-, Einwanderungs- und Militäragenda gegen den Widerstand der Demokraten.

Einige Republikaner äußerten jedoch Bedenken, dass anhaltende Marktturbulenzen die Umsetzung von Trumps Programm erschweren könnten. „Meine Sorge ist, wenn wir in drei Wochen immer noch diese Art von Gespräch führen, wird die Ablenkung so groß sein, dass sie verlangsamt, was wir zu tun versuchen“, sagte der republikanische Senator Thom Tillis.

Globale Auswirkungen und Ausblick

Die radikale Neuausrichtung der US-Handelspolitik stellt einen fundamentalen Bruch mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg etablierten System gegenseitig vereinbarter Zollsätze dar. „Dies ist die größte Handelsaktion unseres Lebens“, betonte Kelly Ann Shaw, Handelsanwältin bei Hogan Lovells und ehemalige Handelsberaterin im Weißen Haus während Trumps erster Amtszeit.

Die Auswirkungen werden weltweit zu spüren sein, von afrikanischen Volkswirtschaften wie Ruanda und Botswana, die bereits mit negativen Wirtschaftsaussichten kämpfen, bis hin zu europäischen Exportnationen. Während die Märkte weiter nach Stabilität suchen, bleibt die zentrale Frage, ob die US-Fed mit Zinssenkungen die potentiellen wirtschaftlichen Schäden abfedern kann oder ob die Welt tatsächlich auf eine neue globale Rezession zusteuert.

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