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Wasserstoff-Rally: Wie weiter mit ITM Power, Ballard Power und Co.? – So spielen Sie den Hype richtig!

Über Sinn oder Unsinn von Wasserstoff-Investments brauchen wir nicht lange zu diskutieren, denn die Frage ist schon lange beantwortet. Mit dem politischen Rückenwind und den umfangreichen Investitionen, welche in dieses Feld getätigt werden, wird sich diese Energiequelle zu einem weiteren Baustein in der weltweiten Energiefrage entwickeln.

Gegenwärtig sprechen sehr viele Argumente zu Gunsten dieses Trends, allerdings ist damit noch lange nicht beantwortet, welche Unternehmen hier nur Vorreiter und Pioniere sind und welche langfristig die Gewinner sein werden. Und darauf allein kommt es eben an.

Der Blick in andere Sektoren und deren Entwicklung zeigt denn auch oft ein wiederkehrendes Bild: Die sogenannten „First Movers“, also die Ersten auf dem Spielfeld, sind nicht selten zwar die Inkubatoren und diejenigen mit der heißesten Story, aber am Ende trotzdem die Verlierer, weil 1.) zu viele Anfangsfehler gemacht wurden, 2.) das Wachstum die Fähigkeiten des Unternehmens überrannt hat und 3.) die Anfangseuphorie durch Schulden, Versprechungen und unerfüllten Erwartungen zunichte gemacht wurde.

Davon profitieren dann die Nachzügler, also jene Unternehmen, die in den Fußstapfen der First Movers den Weg erneut durchlaufen, ohne aber dieselben Fehler zu begehen. Man möge sich nur an die zahlreichen Geschäfts-Ideen der dot.com-Blase erinnern, welche von den heutigen Gewinnern umgesetzt werden. EM-TV? Ist heute Netflix. AOL? Ist heute Google. Intershop? Ist heute Amazon. Und so weiter.

Nun also Wasserstoff

Die augenblicklichen Favoriten sind allen bekannt: Nel ASA, Ballard Power, Plug Power, ITM Power, um hier einmal die bekanntesten zu nennen. Kein Tag ohne Schlagzeile und kein Tag ohne Kursausschläge. Wenn Nel ASA bekannt gibt, dass der norwegische Staat ein Forschungsprojekt mit umgerechnet rund 1,5 Millionen Euro unterstützt, schießt die Aktie gleich um 6% nach oben und erhöht die Börsenkapitalisierung mal eben um 2 Mrd. Euro.

Kleine Summen und kleine Nachrichten, welche an der Börse eine große Wirkung entfalten, sind der Erfahrung nach stets Vorboten einer Übertreibung. Die Bewertungen schießen wieder einmal in die Höhe und wirklich jede Zahl wird schöngerechnet. Und das ist der Pudels Kern in diesen Wochen.

Denn aus Sorge, irgendetwas zu verpassen, muss jede Meldung als Entschuldigung und Rechtfertigung für weiter steigende Kurse herhalten. Und da derzeit die Nachrichtelage in diesem Sektor sehr rege ist und seitens der Medien auch liebend gern weitergetragen wird, nährt die Hausse die Hausse. Die Börse vergisst eben rasend schnell – hatten wir nicht gerade erst dieses Wirecard-Fiasko? Schnee von gestern!

Und noch einmal: Ja, Wasserstoff wird ein Trend sein und vorrausichtlich nach der aktuellen Lage her zu beurteilen auch bleiben. Es geht aber nicht um das Thema, sondern um die Art und Weise, wie die Börsenteilnehmer damit umgehen. Gier frisst eben gerne Hirn und an vielen anderen Stellen hat der Autor dieser Zeilen immer wieder geraten:

Wenn du mitten in der Herde mitläufst, siehst du vor lauter aufgewirbeltem Staub nicht, in welche Richtung sie läuft und im Zweifelsfall auch nicht, wenn sie auf eine Klippe zurennt! Laufe also lieber neben (!) der Herde mit, behalte den Überblick und halte an, wenn eine Klippe zu erkennen ist!

Was das in der Praxis bedeutet?

Ganz einfach: Spring drauf! Kaufe alle Werte (wer weiß schon, wer der Gewinner sein wird), heize die Euphorie damit auch ruhig weiter mit an und sei Teil des Spektakels! Mach mit! Aber sei klug und auch bereit, beim ersten Signal einer Klippe abzuspringen, während alle anderen noch weiterlaufen! Zum Beispiel mit einem Stoppkurs.

Am besten einem sog. „Trailing-Stop“, also einem Stoppkurs, der automatisch mit dem Kurssprung mitzieht. Es ist deine automatische Notbremse, vergleichbar mit einem Reservefallschirm. Und wenn die vermeintliche Klippe sich als Pfütze enttarnt, spring erneut drauf! Ist nur ein Mausklick! Aber dann mit neuem Stoppkurs, denn es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: jede (!) Übertreibung findet ein Ende. Jede! Nur weiß keiner wann.

Aber so kann jeder munter mitmachen und sich am Ende damit brüsten, ordentlich am „Trend“ verdient zu haben. Denn sind wir ehrlich: Jeder will mal ein Gordon Gekko oder Jordan Belfort sein! Und wenn das alles vorbei ist und dann die großen Player auf der Bühne erscheinen, um wirklich und nachhaltig mit Wasserstoff Geld zu verdienen, dann können wir ganz in Ruhe die Gewinne aus dem Zirkus neuinvestieren und in Ruhe an der Story teilhaben.

Und vermutlich werden es Unternehmen sein, die entweder schon lange im Energiegeschäft tätig sind oder neue Player, von denen heute noch keiner etwas gehört hat. Und dann heißt es wieder: ITM Power? Ist heute H2-Global. Nel ASA? Ist heute Yang-Zse-Power. Plug Power? Wurde von Jeff Bezos aufgekauft.

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